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Impfungen - Merkblatt für die MFA

Die wichtigsten Fakten zu Impfungen, Impfstoffarten und Lagerung auf einen Blick.

Merkmal Lebendimpfstoffe Totimpfstoffe
Erreger Abgeschwächte, vermehrungsfähige Erreger Inaktivierte Erreger oder Bestandteile
Beispiele MMR, Varizellen, Rotavirus, Gelbfieber Tetanus, Diphtherie, Pertussis, Polio (IPV), Influenza, Hepatitis B, COVID-mRNA
Immunantwort Stark, oft lebenslang Schwächer, Auffrischungen nötig
Abstand zwischen 2 Lebendimpfungen Mindestens 4 Wochen Entfällt (können gleichzeitig gegeben werden)
Schwangerschaft Kontraindiziert Teilweise möglich (z.B. Influenza, Pertussis)
Immunsupprimierte Meist kontraindiziert Möglich, aber evtl. verminderte Wirkung
Temperatur: 2-8 Grad Celsius (Kühlschrank, NICHT im Gefrierfach!)

Täglich: Temperatur prüfen und dokumentieren (Min/Max-Thermometer)

Wichtig: Impfstoffe dürfen NICHT einfrieren - eingefrorene Impfstoffe müssen verworfen werden!

Transport: Kühltasche mit Kühlakku, direkten Kontakt mit Kühlakku vermeiden (Einfrieren!)

Lagerort im Kühlschrank: Mitte des Kühlschranks (nicht in der Tuer, nicht direkt am Kühlaggregat)

Anbruch: Mehrdosisbehälter nach Anbruch entsprechend Fachinformation verwenden, Anbruchdatum notieren
Impfung Auffrischung Besonderheiten
Tetanus (T) Alle 10 Jahre Nach Verletzung ggf. früher
Diphtherie (d) Alle 10 Jahre Zusammen mit Tetanus als Td
Pertussis (ap) Einmalig als Erwachsener Nächste Td-Auffrischung als Tdap
Polio (IPV) Einmalige Auffrischung Wenn Grundimmunisierung vollständig
Influenza Jährlich im Herbst Empfohlen ab 60 Jahre, chronisch Kranke, medizinisches Personal
COVID-19 Jährlich im Herbst Empfohlen ab 60 Jahre und Risikogruppen
Pneumokokken Ab 60 Jahre einmalig Für Risikogruppen früher
Herpes Zoster Ab 60 Jahre Totimpfstoff, 2 Dosen
Vor der Impfung: Impfausweis prüfen, Impfstatus erfassen, Kontraindikationen abfragen, Aufklaerungsbogen aushändigen, Einverständnis einholen

Vorbereitung: Impfstoff aus Kühlschrank holen, Verfallsdatum prüfen, ggf. auflösen/mischen, Spritze aufziehen

Dokumentation: Eintrag im Impfausweis (Datum, Impfstoff, Chargennummer, Stempel), Eintrag in Patientenakte, ggf. Meldung an KV

Nach der Impfung: Patient 15 Minuten beobachten (Anaphylaxie-Risiko!), auf mögliche Impfreaktionen hinweisen

Impfstoffmanagement: Bestand kontrollieren, rechtzeitig nachbestellen, Verfallsdaten überwachen, Kühlkette dokumentieren
Absolute Kontraindikationen (KEINE Impfung):
- Schwere akute Erkrankung (leichter Infekt ist KEIN Hindernis!)
- Bekannte schwere Allergie gegen Impfstoffbestandteile
- Lebendimpfstoffe in der Schwangerschaft
- Lebendimpfstoffe bei schwerer Immunsuppression

KEINE Kontraindikationen (häufige Irrtümer):
- Leichter Infekt (Schnupfen, leicht erhöhte Temperatur)
- Antibiotikatherapie (bei Totimpfstoffen)
- Frühgeburtlichkeit
- Stillzeit
- Kontakt zu Schwangeren

Hinweis: Die hier bereitgestellten Lerninhalte dienen der Prüfungsvorbereitung und ersetzen nicht die offiziellen Prüfungsunterlagen, Ausbildungsmaterialien oder den Unterricht. Prüfungsrelevante Inhalte können sich ändern — informiere dich immer auch bei deiner zuständigen Kammer bzw. Prüfungsstelle.

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