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Wundversorgung - Merkblatt

Wundarten, Wundversorgung und Verbandtechniken für die MFA-Prüfung auf einen Blick.

Wundart Ursache Merkmale
Schnittwunde Scharfer Gegenstand (Messer, Glas) Glatte Wundränder, starke Blutung, gute Heilung
Risswunde Stumpfe Gewalt, Zug Unregelmäßige Ränder, mäßige Blutung
Quetschwunde Stumpfe Gewalt, Einklemmen Gequetschte Ränder, starke Schwellung, Infektionsgefahr
Stichwunde Spitzer Gegenstand (Nadel, Nagel) Kleine Eintrittsöffnung, tiefe Verletzung, Infektionsgefahr!
Schürfw. Reibung auf rauer Oberfläche Oberflächlich, nässt, schmerzhaft, heilt meist narbenfrei
Bisswunde Tier- oder Menschenbiss Hohe Infektionsgefahr! Immer ärztliche Versorgung
Brandwunde Hitze, Strom, Chemikalien Einteilung in Grade I-III je nach Tiefe
Chronische Wunde Durchblutungsstörung, Diabetes Heilt nicht innerhalb von 4-12 Wochen
Phase Zeitraum Was passiert
Exsudationsphase (Reinigung) Tag 1-3 Blutung, Schorfbildung, Abwehrzellen räumen Keime und Zellreste auf
Proliferationsphase (Granulation) Tag 3-21 Neues Gewebe bildet sich (Granulationsgewebe), Wunde schrumpft
Reparationsphase (Narbenbildung) Ab Tag 21 Narbengewebe reift, wird fester, Zugfestigkeit nimmt zu (bis 12 Monate)
Primäre Wundheilung (p.p. = per primam): Wundränder liegen direkt aneinander (z.B. durch Naht, Klammern, Strips). Schnelle Heilung, schmale Narbe. Voraussetzung: Saubere, glatte Wunde, zeitnahe Versorgung.

Sekundäre Wundheilung (p.s. = per secundam): Wunde heilt von innen nach außen zu. Granulationsgewebe füllt die Wunde langsam auf. Bei: Infizierten Wunden, Gewebeverlust, chronischen Wunden. Dauert länger, größere Narbe.
Material Einsatz Besonderheiten
Wundschnellverband (Pflaster) Kleine Schnitt-/Schürfwunden In verschiedenen Größen, wasserfest oder Standard
Sterile Kompressen Wundabdeckung, Wundreinigung Nicht mit Wunde verkleben (bei Bedarf: nicht haftende Kompressen)
Mullbinden Fixierung von Kompressen, Verbänden Elastisch oder unelastisch, verschiedene Breiten
Elastische Binden Kompression, Stützverband Druckverband bei starker Blutung
Steri-Strips Wundverschluss ohne Naht Für kleine, glatte Wunden als Alternative zur Naht
Hydrokolloidverband Feuchte Wundbehandlung Für chronische Wunden, fördert Granulation
Schaumstoffverband Exsudierende Wunden Hohe Saugfähigkeit, polstert
Silberhaltige Wundauflagen Infektionsgefährdete Wunden Antimikrobielle Wirkung
1. Vorbereitung: Material bereitlegen, Händedesinfektion, Handschuhe anziehen, Patient informieren

2. Alten Verband entfernen: Vorsichtig lösen (ggf. mit NaCl 0,9% anfeuchten), Wunde beurteilen

3. Wundbeurteilung dokumentieren: Größe, Tiefe, Belag, Geruch, Sekretion, Wundrand, Umgebungshaut, Schmerzen

4. Wundreinigung: Mit steriler Kochsalzlösung (NaCl 0,9%) oder Wundspüllösung, von innen nach außen

5. Neuen Verband anlegen: Sterile Wundauflage, Fixierung, nicht zu fest (Durchblutung prüfen!)

6. Dokumentation: Datum, Wundzustand, durchgeführte Maßnahmen, verwendetes Material, nächster VW-Termin

Wichtig: Steriles Arbeiten! Keine sterilen Materialien mit unsterilen Handschuhen berühren.
Immer prüfen: Wann wurde zuletzt gegen Tetanus geimpft?

Impfschutz vollstaendig (letzte Impfung vor weniger als 10 Jahren): Keine Maßnahme nötig bei sauberer Wunde. Bei verschmutzter Wunde: Auffrischung wenn letzte Impfung älter als 5 Jahre.

Impfschutz unvollstaendig oder unbekannt: Tetanus-Impfung + ggf. Tetanus-Immunglobulin (passiver Schutz) bei verschmutzten/tiefen Wunden.

Merke: Tetanusgefährdete Wunden = verschmutzt, tief, gequetscht, mit Fremdkörper, älter als 6 Stunden. Besonders bei Erde, Rost, Holzsplitter!

Hinweis: Die hier bereitgestellten Lerninhalte dienen der Prüfungsvorbereitung und ersetzen nicht die offiziellen Prüfungsunterlagen, Ausbildungsmaterialien oder den Unterricht. Prüfungsrelevante Inhalte können sich ändern — informiere dich immer auch bei deiner zuständigen Kammer bzw. Prüfungsstelle.

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