
Karteikarten, Apps oder Videos? Die besten Lernmethoden für MFA
Du sitzt am Schreibtisch, das Lehrbuch aufgeschlagen, der Textmarker in der Hand – und nach einer Stunde hast du das Gefühl, dass nichts hängen geblieben ist. Kommt dir bekannt vor? Damit bist du nicht allein. Viele MFA-Azubis investieren Stunden ins Lernen und sind trotzdem frustriert, weil die Ergebnisse ausbleiben. Die gute Nachricht: Die richtige Lernmethode zu finden, ist tatsächlich die halbe Miete. In diesem Artikel zeigen wir dir die besten Lernmethoden für MFA-Azubis – wissenschaftlich fundiert, praxisnah und sofort umsetzbar.
Ob du gerade am Anfang deiner Ausbildung stehst oder dich gezielt auf die MFA-Abschlussprüfung vorbereitest: Hier findest du Strategien, die wirklich funktionieren.
Lerntypen – und warum das Konzept zu kurz greift
Bestimmt hast du schon mal gehört: „Ich bin ein visueller Lerntyp" oder „Ich lerne am besten durchs Zuhören." Die Einteilung in visuelle, auditive und kinästhetische Lerntypen ist weit verbreitet – aber wissenschaftlich ziemlich wackelig.
Zahlreiche Studien zeigen: Es gibt keine Belege dafür, dass Menschen besser lernen, wenn der Unterricht an ihren vermeintlichen Lerntyp angepasst wird. Das bedeutet nicht, dass du keine Vorlieben hast. Natürlich schauen manche lieber Videos und andere lesen lieber Texte. Aber die Forschung zeigt klar, dass ein Mix aus verschiedenen Methoden für alle am effektivsten ist.
Statt dich in eine Schublade zu stecken, probiere verschiedene Ansätze aus und kombiniere sie. Genau das schauen wir uns jetzt an.
Active Recall – Warum Abfragen besser ist als Lesen
Active Recall (aktives Abrufen) ist eine der wirksamsten Lernstrategien überhaupt. Das Prinzip ist simpel: Statt Informationen passiv zu lesen, versuchst du aktiv, sie aus dem Gedächtnis abzurufen.
So funktioniert der Testing Effect
Wenn du einen Text liest, fühlt sich das vertraut an – dein Gehirn erkennt die Informationen wieder. Aber Wiedererkennen ist nicht dasselbe wie Wissen. Erst wenn du versuchst, etwas aktiv abzurufen, stärkst du die neuronalen Verbindungen nachhaltig. Psychologen nennen das den Testing Effect: Sich selbst zu testen ist effektiver als das gleiche Material noch einmal zu lesen.
Active Recall in der Praxis
So setzt du Active Recall beim MFA-Lernen ein:
- Abdecken und abrufen: Lies einen Abschnitt über Laborwerte, decke das Buch zu und versuche, die wichtigsten Punkte aus dem Kopf aufzuschreiben.
- Eigene Fragen formulieren: Schreibe nach jedem Kapitel 5–10 Fragen auf und beantworte sie am nächsten Tag ohne Hilfsmittel.
- Lernkarten nutzen: Statt nur durchzulesen, beantworte die Frage zuerst im Kopf, bevor du die Karte umdrehst.
- Quiz-Tools verwenden: Plattformen wie MFA Prüfungsfit setzen genau auf dieses Prinzip – du beantwortest Fragen und bekommst direkt Feedback.
Spaced Repetition – Die Wissenschaft hinter Karteikarten
Karteikarten sind ein Klassiker – aber nur, wenn du sie richtig einsetzt. Hier kommt Spaced Repetition (verteiltes Wiederholen) ins Spiel.
Die Vergessenskurve von Ebbinghaus
Ende des 19. Jahrhunderts entdeckte der Psychologe Hermann Ebbinghaus etwas Entscheidendes: Wir vergessen neu Gelerntes exponentiell schnell. Schon nach 24 Stunden sind bis zu 70 Prozent des Gelernten weg – wenn wir nicht aktiv wiederholen.
Die Lösung? Informationen genau dann wiederholen, bevor du sie vergisst. Und zwar in wachsenden Abständen:
- Erste Wiederholung: nach 1 Tag
- Zweite Wiederholung: nach 3 Tagen
- Dritte Wiederholung: nach 7 Tagen
- Vierte Wiederholung: nach 14 Tagen
- Weitere Wiederholungen: nach 30+ Tagen
Warum Spaced Repetition perfekt für die MFA-Ausbildung ist
In der MFA-Ausbildung musst du dir eine Menge Faktenwissen merken: Laborwerte, Abrechnungsziffern, Hygienevorschriften, Medikamentenwirkstoffe. Genau diese Art von Wissen eignet sich hervorragend für Spaced Repetition. Statt vor der Prüfung in einer Marathonsitzung alles reinzupressen (Spoiler: das funktioniert nicht nachhaltig), baust du dir über Wochen und Monate ein solides Fundament auf.
Wenn du einen strukturierten Zeitplan dafür suchst, schau dir unseren 8-Wochen-Lernplan für die MFA-Prüfung an.
Digitale Tools im Vergleich
Neben klassischen Papierkarteikarten gibt es heute jede Menge digitale Helfer. Hier ein Überblick über die wichtigsten.
Anki und Quizlet
Anki ist der Goldstandard unter den Spaced-Repetition-Apps. Die App ist kostenlos (außer auf iOS), hochgradig anpassbar und verwendet einen intelligenten Algorithmus, der genau berechnet, wann du welche Karte wiederholen solltest.
- Vorteile: Wissenschaftlich fundierter Algorithmus, riesige Community mit fertigen Kartensätzen, extrem flexibel
- Nachteile: Steile Lernkurve bei der Einrichtung, Oberfläche nicht besonders modern
- Vorteile: Intuitive Oberfläche, verschiedene Spielmodi, einfaches Teilen von Kartensätzen
- Nachteile: Voller Funktionsumfang nur im Abo, Algorithmus weniger ausgefeilt
MFA Prüfungsfit
MFA Prüfungsfit wurde speziell für die MFA-Ausbildung entwickelt und kombiniert Active Recall mit gezielten Erklärungen. Du beantwortest Prüfungsfragen aus allen relevanten Themengebieten und bekommst bei jeder Frage eine ausführliche Erklärung – egal ob du richtig oder falsch geantwortet hast.
- Vorteile: Inhalte exakt auf den MFA-Prüfungsstoff zugeschnitten, ausführliche Erklärungen zu jeder Frage, kein aufwendiges Erstellen eigener Karten nötig
- Nachteile: Fokus auf Prüfungsvorbereitung (was aber auch genau der Zweck ist)
YouTube und TikTok – sinnvoll oder Prokrastination?
Videos können eine großartige Ergänzung sein. Auf YouTube findest du ausgezeichnete Erklärvideos zu medizinischen Themen – von Anatomie über Pharmakologie bis hin zu Abrechnungsgrundlagen. Auch auf TikTok gibt es inzwischen kurze, prägnante Lern-Clips.
Aber Vorsicht: Videos schauen ist passives Lernen. Du fühlst dich danach oft schlauer, als du tatsächlich bist. Der Algorithmus schlägt dir außerdem ständig neues Material vor – und plötzlich sind zwei Stunden vergangen.
So nutzt du Videos sinnvoll:
- Schaue ein Video zu einem Thema, das du nicht verstehst – und fasse es danach in eigenen Worten zusammen (Active Recall!).
- Nutze Videos als Einstieg, bevor du mit Karteikarten oder Quizfragen in die Tiefe gehst.
- Setze dir ein Zeitlimit und halte dich daran.
- Mache dir während des Schauens Notizen und formuliere daraus eigene Prüfungsfragen.
Lerngruppen – gemeinsam stärker
Alleine lernen ist effektiv – aber gemeinsam lernen hat Vorteile, die du dir nicht entgehen lassen solltest.
Warum Lerngruppen funktionieren
- Erklären ist die beste Lernmethode: Wenn du einem Mitazubi ein Thema erklärst, musst du es selbst wirklich verstanden haben. Das deckt Wissenslücken auf und vertieft dein Verständnis enorm.
- Accountability: Wenn ihr euch regelmäßig trefft, lernst du automatisch kontinuierlicher. Du willst ja nicht als einzige unvorbereitet auftauchen.
- Motivation: Gemeinsam durch die Prüfungszeit gehen ist einfach weniger einsam. Ihr könnt euch gegenseitig aufbauen, wenn die Motivation nachlässt.
- Verschiedene Perspektiven: Jede bringt andere Erfahrungen aus dem Praxisalltag mit. Davon profitiert ihr alle.
Tipps für eine effektive Lerngruppe
- Kleine Gruppen bilden: 3–5 Personen sind ideal. Bei mehr wird es schnell chaotisch.
- Feste Termine vereinbaren: Einmal pro Woche zur gleichen Zeit – so wird es zur Routine.
- Themen vorher festlegen: Jeder bereitet sich auf das Thema vor. So könnt ihr euch gegenseitig abfragen statt gemeinsam im Buch zu lesen.
- Rollen verteilen: Eine Person erklärt, die anderen stellen Fragen. Bei jedem Treffen wechseln.
- Ablenkungen minimieren: Handys weg (außer für Lern-Apps), klarer Zeitrahmen, kein Smalltalk in der Lernphase.
Die Pomodoro-Technik – fokussiert lernen
Kennst du das? Du setzt dich hin zum Lernen, aber nach zehn Minuten checkst du dein Handy, holst dir was zu trinken, räumst den Schreibtisch auf ... Die Pomodoro-Technik hilft dir, fokussiert zu bleiben.
So funktioniert sie
- Wähle eine Aufgabe (z. B. „20 Karteikarten zu Laborwerten durchgehen").
- Stelle einen Timer auf 25 Minuten.
- Arbeite konzentriert – ohne Ablenkung. Kein Handy, keine Social Media, keine Gespräche.
- Wenn der Timer klingelt: 5 Minuten Pause. Aufstehen, Wasser trinken, kurz rausgehen.
- Nach vier Durchgängen: längere Pause von 15–30 Minuten.
Warum Pomodoro funktioniert
- 25 Minuten sind überschaubar: Dein Gehirn weiß, dass es bald eine Pause gibt – das senkt die Hemmschwelle, anzufangen.
- Regelmäßige Pausen steigern die Konzentration: Dein Gehirn braucht Erholungsphasen, um Informationen zu verarbeiten.
- Du wirst produktiver: Statt drei Stunden halbkonzentriert zu lernen, schaffst du in vier bis sechs Pomodoros (also 2–3 Stunden mit Pausen) deutlich mehr.
Praxiswissen anders lernen
Als MFA lernst du nicht nur aus Büchern – ein großer Teil deiner Ausbildung findet in der Arztpraxis statt. Dieses Praxiswissen kannst du gezielt vertiefen.
Lernen im Praxisalltag
- Reflektiere nach Tätigkeiten: Wenn du zum ersten Mal Blut abgenommen oder ein EKG geschrieben hast, nimm dir abends fünf Minuten und schreibe auf, was du gelernt hast. Was lief gut? Was würdest du beim nächsten Mal anders machen?
- Frag nach dem Warum: Wenn die Ärztin ein bestimmtes Medikament verschreibt, frag nach der Begründung. Wenn du verstehst, warum etwas gemacht wird, merkst du es dir besser als wenn du nur das Was kennst.
- Verbinde Theorie und Praxis: Wenn du in der Berufsschule Laborwerte lernst, achte am nächsten Tag in der Praxis bewusst darauf. Welche Werte werden bei welchen Patienten angefordert? Warum?
- Führe ein Lerntagebuch: Notiere dir täglich ein bis zwei Dinge, die du in der Praxis gelernt hast. Am Ende der Woche hast du eine wertvolle Zusammenfassung.
Der Mix macht's – Finde deinen persönlichen Lern-Cocktail
Keine einzelne Methode ist für alles perfekt. Der Schlüssel liegt in der Kombination. Hier eine Übersicht, welche Methode sich wofür am besten eignet:
| Methode | Am besten geeignet für | Zeitaufwand | Effektivität | |---|---|---|---| | Active Recall | Faktenwissen (Laborwerte, Begriffe) | Mittel | Sehr hoch | | Spaced Repetition | Langfristiges Behalten | Gering (täglich 15–20 Min.) | Sehr hoch | | Lerngruppen | Verständnisfragen, komplexe Themen | Mittel (1×/Woche) | Hoch | | Pomodoro-Technik | Fokussierte Lernsessions | Gering (Timer stellen) | Hoch | | Videos | Einstieg in neue Themen | Gering–Mittel | Mittel | | Praxisreflexion | Praktische Fertigkeiten | Gering (5 Min./Tag) | Hoch | | Quiz-Apps | Prüfungsvorbereitung | Gering–Mittel | Sehr hoch |
Ein typischer Lern-Tag könnte so aussehen
- Morgens vor der Arbeit (15 Min.): Spaced-Repetition-Karten in der Bahn durchgehen.
- In der Praxis: Bewusst beobachten, Fragen stellen, abends kurz reflektieren.
- Nach der Arbeit (1–2 Pomodoros): Ein Thema mit Active Recall bearbeiten oder Quizfragen im Lernbereich beantworten.
- Einmal pro Woche: Lerngruppen-Treffen.
- Bei Bedarf: Erklärvideo zu einem schwierigen Thema schauen und in eigenen Worten zusammenfassen.
Häufig gestellte Fragen
Wie viele Stunden pro Tag sollte ich als MFA-Azubi lernen?
Qualität schlägt Quantität. Zwei fokussierte Stunden mit Active Recall und Spaced Repetition bringen mehr als fünf Stunden passives Lesen. In der regulären Ausbildungszeit reichen 30–60 Minuten pro Tag. In der Prüfungsvorbereitung kannst du auf 2–3 Stunden steigern – aber plane unbedingt Pausen und freie Tage ein.
Sind Karteikarten oder Apps besser zum Lernen?
Beides funktioniert, aber digitale Karteikarten haben einen entscheidenden Vorteil: Der Spaced-Repetition-Algorithmus übernimmt das Timing für dich. Bei Papierkarteikarten musst du selbst entscheiden, wann du welche Karte wiederholst. Wenn du gerne etwas in der Hand hältst, kannst du auch beides kombinieren: Papierkarteikarten für die erste Erarbeitung, eine App für die langfristige Wiederholung.
Kann ich mich nur mit Videos auf die MFA-Prüfung vorbereiten?
Davon raten wir ab. Videos sind passives Lernen und vermitteln ein trügerisches Gefühl von Wissen. Nutze sie als Ergänzung, um Themen zu verstehen – aber überprüfe dein Wissen anschließend immer aktiv, zum Beispiel mit Quizfragen im Lernbereich oder selbst erstellten Karteikarten.
Wie finde ich Mitazubis für eine Lerngruppe?
Der einfachste Weg: Frag in deiner Berufsschulklasse. Oft reicht eine kurze Nachricht in der Klassen-WhatsApp-Gruppe. Achte darauf, Leute zu finden, die ähnlich motiviert sind wie du. Auch online gibt es MFA-Lerngruppen – zum Beispiel in Facebook-Gruppen oder auf Discord-Servern für MFA-Azubis.
Was mache ich, wenn ich trotz Lernen das Gefühl habe, nichts zu behalten?
Das ist ein häufiges Gefühl, besonders wenn du bisher vor allem passiv gelernt hast (Lesen, Markieren, Zusammenfassungen abschreiben). Wechsle bewusst zu Active Recall: Schließe das Buch und versuche, den Stoff aus dem Gedächtnis wiederzugeben. Anfangs wird das frustrierend sein, weil du merkst, wie wenig hängen bleibt – aber genau das ist der Lerneffekt. Dein Gehirn muss sich anstrengen, damit etwas gespeichert wird. Gib der Methode mindestens zwei Wochen und du wirst einen deutlichen Unterschied merken.
Wann sollte ich mit der Prüfungsvorbereitung anfangen?
Je früher, desto entspannter. Idealerweise beginnst du mindestens acht Wochen vor der Prüfung mit einer strukturierten Vorbereitung. Wenn du während der gesamten Ausbildung regelmäßig mit Spaced Repetition arbeitest, hast du in der Prüfungsphase deutlich weniger Stress. Einen detaillierten Zeitplan findest du in unserem Guide zur MFA-Abschlussprüfung.
Hinweis: Dieser Beitrag wurde mit Unterstützung von Künstlicher Intelligenz erstellt und redaktionell geprüft. Die Inhalte dienen der allgemeinen Information und Prüfungsvorbereitung. Sie ersetzen nicht die offiziellen Prüfungsunterlagen oder den Unterricht. Trotz sorgfältiger Kontrolle übernehmen wir keine Gewähr für Vollständigkeit und Richtigkeit.
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