
Bewerbung als MFA: Anschreiben, Lebenslauf, Vorstellungsgespräch
Du hast deine Ausbildung zur Medizinischen Fachangestellten (MFA) abgeschlossen – oder stehst kurz davor – und möchtest dich jetzt erfolgreich bewerben? Dann bist du hier genau richtig. Eine gute Bewerbung als MFA ist dein Ticket zu einer Stelle, die wirklich zu dir passt: besseres Gehalt, nettes Team, spannende Fachrichtung. In diesem Artikel zeigen wir dir Schritt für Schritt, wie du mit Anschreiben, Lebenslauf und Vorstellungsgespräch überzeugst – mit konkreten Formulierungen und Praxistipps.
Der Arbeitsmarkt für MFA ist aktuell sehr gut. Arztpraxen, MVZ und Kliniken suchen händeringend qualifiziertes Personal. Das bedeutet: Du kannst dir aussuchen, wo du arbeiten möchtest – aber nur, wenn deine Bewerbungsunterlagen professionell sind und im Gespräch ein guter Eindruck entsteht.
Das Anschreiben – Aufbau und Dos & Don'ts
Das Anschreiben ist deine Chance, Persönlichkeit zu zeigen. Während der Lebenslauf Fakten liefert, erzählt das Anschreiben deine Geschichte: Warum genau diese Praxis? Warum genau du?
Aufbau des Anschreibens
Ein gutes Anschreiben für deine MFA-Bewerbung folgt einem klaren Dreiklang:
Einleitung (2-3 Sätze): Nenne die Stelle, auf die du dich bewirbst, und wecke sofort Interesse. Vermeide den Klassiker „Hiermit bewerbe ich mich…" – das ist langweilig und verschenkt wertvollen Platz.
Hauptteil (1-2 Absätze): Hier überzeugst du mit deinen Qualifikationen und deiner Motivation. Verbinde deine Erfahrungen mit den Anforderungen der Stellenanzeige. Was kannst du besonders gut? Was reizt dich an der Fachrichtung? Wenn du dich auf Fortbildungen oder Spezialisierungen berufen kannst, erwähne sie hier.
Schluss (2-3 Sätze): Drücke deine Vorfreude auf ein persönliches Gespräch aus und nenne deinen frühestmöglichen Eintrittstermin. Falls gewünscht, kannst du hier auch deine Gehaltsvorstellung angeben.
Musterformulierungen
Hier sind einige Formulierungen, die du als Inspiration nutzen kannst – bitte nicht eins zu eins kopieren, sondern an deine persönliche Situation anpassen:
Für die Einleitung:
„Ihre Stellenanzeige auf [Plattform] hat mich sofort angesprochen, weil ich mich für die Arbeit in einer kardiologischen Fachpraxis begeistere und meine Erfahrungen aus der Ausbildung gezielt einbringen möchte."
Für Kompetenzen:
„Während meiner Ausbildung habe ich eigenverantwortlich Blutentnahmen, EKG-Ableitungen und Lungenfunktionstests durchgeführt und dabei gelernt, auch bei hohem Patientenaufkommen freundlich und strukturiert zu arbeiten."
Für die Motivation:
„Besonders reizt mich an Ihrer Praxis das breite Leistungsspektrum und die Möglichkeit, mich im Bereich der Wundversorgung weiterzuentwickeln."
Die häufigsten Fehler im Anschreiben
Diese Fehler sehen Praxismanager und Ärzte leider ständig – vermeide sie unbedingt:
- Copy-Paste-Bewerbungen: Wenn du den Praxisnamen austauschst und sonst nichts änderst, merkt das jeder. Geh auf die konkrete Stelle ein.
- Rechtschreib- und Grammatikfehler: Lass dein Anschreiben von mindestens einer weiteren Person Korrektur lesen.
- Zu lang: Eine Seite reicht. Niemand liest zwei Seiten Anschreiben.
- Kein Bezug zur Stellenanzeige: Lies die Anzeige genau und greife Anforderungen gezielt auf.
- Negativformulierungen: Schreibe nicht, warum du deine alte Stelle verlassen willst, sondern warum du die neue möchtest.
Der Lebenslauf – modern und übersichtlich
Der Lebenslauf ist das Herzstück deiner Bewerbung. Personalverantwortliche schauen ihn oft zuerst an – noch vor dem Anschreiben.
Format: Tabellarisch und antichronologisch (das Neueste zuerst). Zwei Seiten sind das Maximum, eine Seite reicht oft völlig.
Das gehört rein:
- Persönliche Daten: Name, Adresse, Telefon, E-Mail (bitte eine seriöse Adresse – keine Fantasienamen)
- Berufserfahrung: Stellenbezeichnung, Arbeitgeber, Zeitraum, wichtigste Tätigkeiten in Stichpunkten
- Ausbildung: Abschluss, Ausbildungsbetrieb, Berufsschule, Note (wenn gut)
- Weiterbildungen und Zertifikate: z. B. Röntgenschein, Notfallmanagement, Hygienebeauftragte – alles, was dich von anderen abhebt
- EDV-Kenntnisse: Praxissoftware (z. B. mediatixx, Turbomed, CGM), MS Office
- Sprachkenntnisse: Deutsch (Muttersprache), Englisch, ggf. weitere Sprachen
Gestaltung: Nutze ein modernes, klar strukturiertes Layout. Dezente Farben, gut lesbare Schriftart (z. B. Calibri, Open Sans), klare Überschriften. Verzichte auf verspielte Vorlagen.
Bewerbungsfoto – ja oder nein?
Seit dem Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz (AGG) ist ein Bewerbungsfoto in Deutschland nicht mehr verpflichtend. Arbeitgeber dürfen es nicht verlangen.
In der Praxis sieht es allerdings anders aus: Im medizinischen Bereich ist ein professionelles Foto nach wie vor üblich und wird von den meisten Praxen positiv wahrgenommen. Unsere Empfehlung: Investiere in ein professionelles Bewerbungsfoto. 30-50 Euro beim Fotografen sind gut angelegtes Geld.
Tipps für dein Foto:
- Freundliches, natürliches Lächeln
- Gepflegtes Auftreten (kein Kasack nötig, aber professionelle Kleidung)
- Heller, neutraler Hintergrund
- Aktuelles Foto (nicht älter als ein Jahr)
- Kein Selfie, kein Urlaubsbild, kein Ganzkörperfoto
Online-Bewerbung vs. Papier
Die meisten Bewerbungen im MFA-Bereich laufen heute digital – per E-Mail oder über Online-Portale wie StepStone, Indeed oder Praxisjobbörsen.
Per E-Mail bewerben:
- Fasse alle Unterlagen in einer einzigen PDF-Datei zusammen (Anschreiben, Lebenslauf, Zeugnisse)
- Dateiname: „BewerbungMFAVorname_Nachname.pdf"
- Dateigröße unter 5 MB halten
- Kurze, höfliche E-Mail als Begleittext – das Anschreiben gehört in die PDF
- Betreff klar formulieren: „Bewerbung als MFA – [Name der Stelle/Referenznummer]"
Wann Papier noch Sinn macht: Manche kleinere Praxen – besonders auf dem Land – schätzen eine gedruckte Bewerbungsmappe. Wenn in der Stellenanzeige ausdrücklich eine postalische Bewerbung gewünscht wird oder du dich persönlich vorstellst, kann eine sauber gedruckte Mappe einen guten Eindruck machen.
Das Vorstellungsgespräch
Du hast eine Einladung zum Vorstellungsgespräch bekommen? Herzlichen Glückwunsch – deine Unterlagen haben überzeugt! Jetzt geht es darum, auch persönlich zu punkten.
Typische Fragen und gute Antworten
Diese Fragen kommen in fast jedem MFA-Vorstellungsgespräch vor. Bereite dich vor – aber lerne keine Antworten auswendig, sondern überlege dir Stichpunkte:
„Erzählen Sie etwas über sich." Fasse deinen beruflichen Werdegang in 2-3 Minuten zusammen. Konzentriere dich auf Highlights und den roten Faden. Private Details nur, wenn sie zur Stelle passen.
„Warum möchten Sie in unserer Praxis arbeiten?" Zeige, dass du dich informiert hast: Fachrichtung, Patientenspektrum, besondere Leistungen. „Weil Sie die nächste Praxis an meinem Wohnort sind" ist keine gute Antwort.
„Was sind Ihre Stärken?" Nenne 2-3 Stärken, die für die MFA-Tätigkeit relevant sind, und belege sie mit Beispielen: Organisationstalent, Einfühlungsvermögen, Belastbarkeit, Teamfähigkeit.
„Wie gehen Sie mit schwierigen Patienten um?" Beschreibe eine konkrete Situation (z. B. ungeduldiger Patient im Wartezimmer) und wie du sie professionell gelöst hast. Zeige Empathie und Lösungsorientierung.
„Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?" Sprich über Weiterentwicklung: Welche Fortbildungen interessieren dich? Möchtest du dich spezialisieren? Willst du mehr Verantwortung übernehmen? Das zeigt Engagement.
„Was wissen Sie über unsere Praxis?" Recherchiere vorher die Website, Google-Bewertungen und das Leistungsspektrum. Nenne konkrete Details, die dich angesprochen haben.
Fragen, die du stellen solltest
Eigene Fragen zeigen echtes Interesse und helfen dir, herauszufinden, ob die Praxis zu dir passt:
- „Wie sieht ein typischer Arbeitstag bei Ihnen aus?"
- „Wie groß ist das Team und wie ist die Aufgabenverteilung?"
- „Welche Praxissoftware nutzen Sie?"
- „Gibt es Möglichkeiten zur Weiterbildung?"
- „Wie ist die Urlaubsregelung?"
- „Wann kann ich mit einer Rückmeldung rechnen?"
Kleidung und Auftreten
Du musst nicht im Kasack erscheinen – aber gepflegt und professionell solltest du auftreten:
- Frauen: Bluse oder schlichtes Oberteil, dunkle Hose oder Rock, geschlossene Schuhe. Dezentes Make-up, gepflegte Nägel.
- Männer: Hemd oder Poloshirt, Stoffhose, saubere Schuhe. Kein Anzug nötig, aber ordentlich.
- Generell: Pünktlich sein (5-10 Minuten vorher), fester Händedruck, Blickkontakt, aufrechte Haltung. Handy auf lautlos stellen.
Hospitieren – der Geheimtipp
Unser absoluter Geheimtipp: Biete eine Hospitation an. Das bedeutet, dass du einen oder zwei Tage zur Probe in der Praxis mitarbeitest – unbezahlt, aber unglaublich wertvoll.
Warum Hospitieren so effektiv ist:
- Du zeigst echtes Interesse und Eigeninitiative
- Das Team und die Ärzte können dich im Arbeitsalltag kennenlernen
- Du bekommst einen realistischen Eindruck von der Praxis
- Es senkt das Risiko für beide Seiten – du merkst schnell, ob die Chemie stimmt
- Viele Stellen werden nach einer erfolgreichen Hospitation vergeben, ohne dass sie überhaupt ausgeschrieben werden
Gehaltsverhandlung im Vorstellungsgespräch
Das Thema Gehalt ist für viele unangenehm – muss es aber nicht sein. Als MFA hast du gute Karten, denn qualifiziertes Personal wird gesucht.
Vorbereitung ist alles: Informiere dich vorher über das aktuelle MFA-Gehalt und den Gehaltstarifvertrag für MFA. So weißt du, was realistisch ist und kannst selbstbewusst verhandeln.
Wann das Thema ansprechen? In der Regel bringt der Arbeitgeber das Thema von sich aus auf. Falls nicht, kannst du gegen Ende des Gesprächs fragen: „Könnten wir noch über die Vergütung sprechen?"
Tipps für die Verhandlung:
- Nenne eine konkrete Zahl oder Spanne, keine vagen Aussagen
- Begründe deine Vorstellung mit Qualifikationen, Erfahrung und Fortbildungen
- Denke auch an Benefits: Fahrtkosten, Fortbildungsbudget, zusätzliche Urlaubstage, betriebliche Altersvorsorge
- Bleibe freundlich und sachlich – es ist ein Gespräch, keine Konfrontation
- Bei Teilzeit: Rechne dein Wunschgehalt auf die Stundenzahl um
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Wie lang sollte ein Anschreiben als MFA sein? Maximal eine DIN-A4-Seite. Personalverantwortliche haben wenig Zeit und schätzen Bewerbungen, die auf den Punkt kommen. Drei bis vier Absätze reichen völlig aus.
Muss ich alle Zeugnisse meiner Bewerbung beilegen? Lege dein Ausbildungszeugnis, das letzte Schulzeugnis und relevante Fortbildungszertifikate bei. Praktikumszeugnisse nur, wenn sie zur Stelle passen. Grundschulzeugnisse sind nicht nötig.
Kann ich mich auch ohne Berufserfahrung als MFA bewerben? Ja, absolut! Gerade nach der Ausbildung ist es normal, dass du noch keine jahrelange Berufserfahrung hast. Betone stattdessen, was du in der Ausbildung gelernt hast, welche Abteilungen du kennengelernt hast und welche Tätigkeiten du eigenständig durchführen kannst.
Was mache ich, wenn ich nach zwei Wochen keine Rückmeldung bekomme? Ruf freundlich in der Praxis an und erkundige dich nach dem Stand deiner Bewerbung. Das zeigt Interesse und ist völlig in Ordnung. Viele Praxen sind im Alltag so eingespannt, dass Bewerbungen liegen bleiben.
Soll ich mein Gehalt im Anschreiben nennen? Nur wenn es in der Stellenanzeige ausdrücklich verlangt wird. Nenne dann eine realistische Spanne basierend auf dem Tarifvertrag und deiner Berufserfahrung. Ansonsten ist das Vorstellungsgespräch der bessere Zeitpunkt.
Wie viele Bewerbungen sollte ich gleichzeitig verschicken? Qualität geht vor Quantität. Lieber fünf individuell angepasste Bewerbungen als zwanzig identische Massenbewerbungen. Trotzdem: Bewirb dich nicht nur bei einer einzigen Praxis – drei bis sieben Bewerbungen parallel sind ein guter Richtwert.
Lohnt sich eine Initiativbewerbung bei Arztpraxen? Auf jeden Fall! Viele Praxen suchen Personal, ohne eine Stelle auszuschreiben. Eine gut formulierte Initiativbewerbung – idealerweise mit dem Angebot einer Hospitation – kann Türen öffnen, die du auf Jobbörsen gar nicht findest.
Hinweis: Dieser Beitrag wurde mit Unterstützung von Künstlicher Intelligenz erstellt und redaktionell geprüft. Die Inhalte dienen der allgemeinen Information und Prüfungsvorbereitung. Sie ersetzen nicht die offiziellen Prüfungsunterlagen oder den Unterricht. Trotz sorgfältiger Kontrolle übernehmen wir keine Gewähr für Vollständigkeit und Richtigkeit.
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