Fachwissen
18.09.2026
Aktualisiert am 28.08.2026
MFA Prüfungsfit Redaktion

Medizinische Fachbegriffe: 100 Begriffe, die jede MFA kennen muss

Stell dir vor, du stehst an deinem ersten Tag in der Arztpraxis und der Arzt diktiert: „Patientin mit V.a. akute Cholezystitis, Sono Abdomen anordnen, Laborwerte inklusive CRP und Leukozyten." Klingt erstmal wie eine Fremdsprache, oder? Keine Sorge – medizinische Fachbegriffe folgen einem logischen System. Sobald du das Prinzip verstanden hast, kannst du fast jeden Begriff entschlüsseln, selbst wenn du ihn zum ersten Mal hörst.

Dieser Artikel bietet eine redaktionelle Lernhilfe mit häufigen Fachbegriffen. Sie ersetzt weder ein medizinisches Wörterbuch noch verbindliche Terminologien oder Kodierregeln. Die sichere Anwendung medizinischer Fachbegriffe und Abkürzungen ist Bestandteil des Ausbildungsrahmenplans.1

Das Baukastenprinzip der medizinischen Fachsprache

Medizinische Fachbegriffe wirken auf den ersten Blick kompliziert. Dabei bestehen die meisten Wörter aus nur zwei oder drei Bausteinen, die sich immer wieder kombinieren lassen. Das Prinzip ist simpel:

Vorsilbe (Präfix) + Wortstamm + Endung (Suffix) = Fachbegriff

Nehmen wir ein Beispiel: Tachykardie

  • Tachy- = schnell (Vorsilbe)
  • -kard- = Herz (Wortstamm)
  • -ie = Zustand (Endung)
Zusammen ergibt das: schneller Herzzustand – also ein beschleunigter Herzschlag. Genau so funktioniert es mit fast jedem medizinischen Begriff.

Noch ein Beispiel: Gastroenteritis

  • Gastro- = Magen
  • -enter- = Darm
  • -itis = Entzündung
Das ist eine Magen-Darm-Entzündung. Wenn du die einzelnen Bausteine kennst, kannst du Begriffe wie ein Puzzle zusammensetzen – und genauso auch unbekannte Wörter zerlegen und verstehen.

Die meisten Bausteine stammen aus dem Lateinischen oder Griechischen. Das klingt erstmal abschreckend, aber in Wahrheit brauchst du nur etwa 50 bis 60 Bausteine, um den Großteil der medizinischen Fachsprache zu entschlüsseln. Genau diese lernst du jetzt.

Die 20 wichtigsten Vorsilben

Vorsilben (Präfixe) stehen am Anfang eines Fachbegriffs und verändern seine Bedeutung. Sie geben oft Hinweise auf Menge, Geschwindigkeit, Lage oder Zustand.

VorsilbeBedeutungBeispiel
hyper-über, zu viel, erhöhtHypertonie (erhöhter Blutdruck)
hypo-unter, zu wenig, vermindertHypoglykämie (Unterzuckerung)
tachy-schnellTachykardie (schneller Herzschlag)
brady-langsamBradykardie (langsamer Herzschlag)
dys-fehlerhaft, gestörtDyspnoe (erschwerte Atmung)
a-/an-ohne, fehlendAnämie (Blutarmut)
anti-gegenAntibiotikum (Medikament gegen Bakterien)
endo-innen, innerhalbEndoskopie (Spiegelung von innen)
exo-außen, außerhalbExokrin (nach außen absondernd)
epi-auf, darüberEpidermis (Oberhaut)
inter-zwischenInterkostal (zwischen den Rippen)
intra-innerhalbIntravenös (in die Vene hinein)
peri-um … herumPerikard (Herzbeutel)
poly-viel, mehrerePolyurie (vermehrtes Wasserlassen)
mono-einzeln, alleinMonozyt (einzelkernige Blutzelle)
sub-unterSubkutan (unter die Haut)
supra-über, oberhalbSupraventrikulär (oberhalb der Herzkammer)
post-nachPostoperativ (nach einer Operation)
prä-vorPräoperativ (vor einer Operation)
re-wieder, zurückRehabilitation (Wiederherstellung)

Merktipp: Viele Vorsilben kommen in Paaren vor: hyper/hypo, tachy/brady, endo/exo, prä/post. Lerne sie immer als Gegensatzpaare – das macht es doppelt so effizient.

Die 15 wichtigsten Endungen

Endungen (Suffixe) stehen am Ende eines Fachbegriffs und verraten dir, worum es geht: eine Entzündung, eine Untersuchung, eine Erkrankung oder ein Eingriff.

EndungBedeutungBeispiel
-itisEntzündungGastritis (Magenentzündung)
-osedegenerative Erkrankung, ZustandArthrose (Gelenkverschleiß)
-ektomieoperative EntfernungAppendektomie (Entfernung des Blinddarms)
-tomieoperativer Schnitt, EröffnungTracheotomie (Luftröhrenschnitt)
-skopieSpiegelung, BetrachtungGastroskopie (Magenspiegelung)
-graphiebildgebendes Verfahren, AufzeichnungSonographie (Ultraschalldarstellung)
-logieLehre, FachgebietKardiologie (Herzmedizin)
-pathieErkrankung, LeidenNeuropathie (Nervenerkrankung)
-algieSchmerzNeuralgie (Nervenschmerz)
-ämieim Blut befindlichBakteriämie (Bakterien im Blut)
-urieim Urin befindlichHämaturie (Blut im Urin)
-penieMangel, VerminderungLeukopenie (Mangel an weißen Blutkörperchen)
-zytoseVermehrung von ZellenLeukozytose (Vermehrung weißer Blutkörperchen)
-staseStillstand, StauungHämostase (Blutstillung)
-lyseAuflösung, ZerfallHämolyse (Auflösung roter Blutkörperchen)

Prüfungstipp: Die Endung -itis (Entzündung) ist die mit Abstand häufigste in der medizinischen Terminologie. Wenn du sie sicher beherrschst, hast du schon einen riesigen Vorteil.

20 Organbegriffe, die du kennen musst

Diese Wortstämme bezeichnen Organe oder Körperstrukturen. Sie bilden das Herzstück (im wahrsten Sinne) der medizinischen Fachsprache. Kombiniert mit Vorsilben und Endungen ergeben sie fast alle klinischen Begriffe.

FachbegriffOrgan/StrukturBeispielwort
Kardio-HerzKardiologie (Herzmedizin)
Pulmo-/Pneumo-LungePneumonie (Lungenentzündung)
Gastro-MagenGastroskopie (Magenspiegelung)
Hepato-LeberHepatitis (Leberentzündung)
Nephro-NiereNephrologie (Nierenheilkunde)
Neuro-Nerv/NervensystemNeurologie (Nervenheilkunde)
Derma-HautDermatitis (Hautentzündung)
Häma-/Hämato-BlutHämatom (Bluterguss)
Osteo-KnochenOsteoporose (Knochenschwund)
Arthro-GelenkArthrose (Gelenkverschleiß)
Myo-MuskelMyokardinfarkt (Herzmuskelinfarkt)
Ophthalmo-AugeOphthalmologie (Augenheilkunde)
Oto-OhrOtitis (Ohrentzündung)
Rhino-NaseRhinitis (Nasenschleimhautentzündung)
Uro-Harn/HarnwegeUrologie (Harnwegsheilkunde)
Gynäko-Frau/weiblichGynäkologie (Frauenheilkunde)
Entero-Darm (Dünndarm)Enteritis (Darmentzündung)
Kolo-DickdarmKoloskopie (Dickdarmspiegelung)
Angio-GefäßAngiographie (Gefäßdarstellung)
Zerebro-GehirnZerebrovaskulär (Hirngefäße betreffend)

Wenn du diese 20 Wortstämme sicher beherrschst, kannst du sie beliebig mit den Vorsilben und Endungen kombinieren. Probier es mal: Was bedeutet Nephro- + -itis? Genau – eine Nierenentzündung. Und Hepato- + -logie? Die Leberheilkunde.

25 Abkürzungen aus dem Praxisalltag

In der Arztpraxis wirst du ständig mit Abkürzungen konfrontiert – auf Rezepten, in der Patientenakte, bei der Dokumentation. Diese 25 musst du im Schlaf beherrschen.

AbkürzungBedeutung
i.v.intravenös (in die Vene)
i.m.intramuskulär (in den Muskel)
s.c.subkutan (unter die Haut)
p.o.per os (über den Mund/oral)
V.a.Verdacht auf
Z.n.Zustand nach
EDEinzeldosis
DDDifferenzialdiagnose
Rp.Recipe (Verordnung/Rezept)
NNHNasennebenhöhlen
BWSBrustwirbelsäule
HWSHalswirbelsäule
LWSLendenwirbelsäule
EKGElektrokardiogramm
RRBlutdruck (nach Riva-Rocci)
BZBlutzucker
BMIBody-Mass-Index
KGKörpergewicht
GKVGesetzliche Krankenversicherung
PKVPrivate Krankenversicherung
AUArbeitsunfähigkeit(sbescheinigung)
OPOperation
AZAllgemeinzustand
HFHerzfrequenz
AFAtemfrequenz

Praxistipp: Achte besonders auf die Applikationsformen (i.v., i.m., s.c., p.o.) – sie sind nicht nur prüfungsrelevant, sondern auch im Arbeitsalltag extrem wichtig. Eine Verwechslung kann schwerwiegende Folgen haben.

20 wichtige Krankheitsbezeichnungen

Jetzt wird es konkret: Diese 20 Krankheitsbezeichnungen begegnen dir in fast jeder Praxis. Wenn du die vorherigen Bausteine gelernt hast, wirst du die meisten davon schon selbst entschlüsseln können.

FachbegriffBedeutungFachgebiet
HypertonieBluthochdruckKardiologie
Diabetes mellitusZuckerkrankheitEndokrinologie
GastritisMagenschleimhautentzündungGastroenterologie
PneumonieLungenentzündungPneumologie
AppendizitisBlinddarmentzündung (Wurmfortsatz)Chirurgie
CholezystitisGallenblasenentzündungGastroenterologie
AnämieBlutarmut (Mangel an roten Blutkörperchen)Hämatologie
ArthroseGelenkverschleißOrthopädie
MyokardinfarktHerzinfarkt (Absterben von Herzmuskelgewebe)Kardiologie
ApoplexSchlaganfall (akute Hirnschädigung durch Gefäßverschluss oder Blutung)Neurologie
HypothyreoseSchilddrüsenunterfunktionEndokrinologie
HyperthyreoseSchilddrüsenüberfunktionEndokrinologie
NephritisNierenentzündungNephrologie
Otitis mediaMittelohrentzündungHNO
SinusitisNasennebenhöhlenentzündungHNO
BronchitisEntzündung der BronchienPneumologie
DermatitisHautentzündungDermatologie
ThromboseBlutgerinnsel in einem GefäßAngiologie
EmbolieVerschleppung eines Gerinnsels in ein GefäßAngiologie
SepsisBlutvergiftung (systemische Infektion)Intensivmedizin

Verstehst du das Muster? Viele Krankheitsbezeichnungen kannst du jetzt selbst zerlegen: Chole-zyst-itis = Galle-Blase-Entzündung. Oder Hypo-thyreose = unter/zu wenig-Schilddrüse-Zustand. Das Baukastenprinzip funktioniert.

Tipps zum Lernen medizinischer Fachbegriffe

Du hast jetzt 100 Fachbegriffe kennengelernt – aber wie behältst du sie dauerhaft? Hier sind bewährte Strategien:

1. Lerne Bausteine, nicht ganze Wörter

Statt jeden Fachbegriff einzeln auswendig zu lernen, konzentriere dich auf die Vorsilben, Wortstämme und Endungen. Wenn du die etwa 55 Bausteine aus diesem Artikel beherrschst, kannst du hunderte von Begriffen ableiten. Das spart enorm viel Zeit.

2. Nutze Karteikarten strategisch

Erstelle Karteikarten mit dem Baustein auf der Vorderseite und der Bedeutung plus zwei bis drei Beispielen auf der Rückseite. Digitale Apps wie Anki eignen sich besonders gut, weil sie schwierige Karten automatisch häufiger wiederholen.

3. Übe im Praxisalltag

Jedes Mal, wenn du in der Praxis einen neuen Fachbegriff hörst, zerlege ihn sofort in seine Bestandteile. Das ist die effektivste Lernmethode überhaupt. Frag ruhig nach, wenn du einen Begriff nicht kennst – deine Kollegen helfen dir gerne.

4. Bilde Eselsbrücken

Manche Begriffe lassen sich mit Bildern oder Geschichten verknüpfen. Zum Beispiel: Bradykardie – stell dir eine Brady vor, die sich ganz langsam bewegt (brady = langsam). Je absurder das Bild, desto besser bleibt es haften.

5. Teste dich regelmäßig

Passives Lesen reicht nicht. Decke die Bedeutung ab und versuche, den Begriff zu erklären. In unserem Lernbereich findest du interaktive Übungen, die genau auf die MFA-Prüfung zugeschnitten sind.

Wenn du dich gezielt auf die Abschlussprüfung vorbereiten willst, schau dir auch unseren umfassenden Guide zur MFA-Abschlussprüfung an – dort findest du Tipps zu allen Prüfungsbereichen.

Häufig gestellte Fragen

Muss ich für die MFA-Prüfung Latein können?

Nein, du musst kein Latein sprechen. Du musst aber die gängigen lateinischen und griechischen Fachbegriffe kennen und verstehen. Die gute Nachricht: Mit dem Baukastenprinzip aus diesem Artikel lernst du kein Latein, sondern ein System. Die etwa 55 Bausteine reichen aus, um den Großteil der prüfungsrelevanten Begriffe zu verstehen.

Wie viele medizinische Fachbegriffe muss ich für die Prüfung kennen?

Eine feste Zahl gibt es nicht, aber du solltest mindestens die 100 Begriffe aus diesem Artikel sicher beherrschen. In der Praxis wirst du im Laufe deiner Ausbildung automatisch noch viele weitere lernen. Konzentriere dich beim Lernen auf die Bausteine – damit deckst du deutlich mehr ab als mit Einzelbegriffen.

Was ist der Unterschied zwischen -itis und -ose?

Die Endung -itis steht immer für eine Entzündung (z. B. Gastritis = Magenentzündung). Die Endung -ose bezeichnet einen degenerativen Prozess oder Zustand ohne primäre Entzündung (z. B. Arthrose = Gelenkverschleiß). In der Praxis ist dieser Unterschied wichtig, weil Entzündungen oft akut behandelt werden, während degenerative Erkrankungen meist chronisch verlaufen.

Wie kann ich mir die Abkürzungen am besten merken?

Am besten lernst du Abkürzungen im Kontext. Wenn du in der Praxis eine AU-Bescheinigung ausstellst, merkst du dir die Abkürzung automatisch. Erstelle dir zusätzlich eine Liste der häufigsten Abkürzungen und hänge sie an deinen Arbeitsplatz. Nach wenigen Wochen sitzt das meiste.

Gibt es einen Unterschied zwischen Pneumo- und Pulmo-?

Beide beziehen sich auf die Lunge, stammen aber aus unterschiedlichen Sprachen. Pneumo- kommt aus dem Griechischen und wird häufiger bei Krankheitsbezeichnungen verwendet (Pneumonie = Lungenentzündung). Pulmo- stammt aus dem Lateinischen und findet sich eher in der Anatomie (pulmonal = die Lunge betreffend). Im Praxisalltag begegnen dir beide Formen regelmäßig.

Was bedeutet es, wenn ein Begriff mit „-ektomie" endet?

Die Endung -ektomie bedeutet immer die operative Entfernung eines Organs oder Gewebes. Eine Appendektomie ist die Entfernung des Wurmfortsatzes, eine Cholezystektomie die Entfernung der Gallenblase. Verwechsle es nicht mit -tomie (ohne „ek") – das bedeutet nur einen operativen Schnitt oder eine Eröffnung, ohne dass etwas entfernt wird.


Du willst dein Wissen testen? In unserem Lernbereich findest du Übungsaufgaben zu medizinischen Fachbegriffen und vielen weiteren Prüfungsthemen. Viel Erfolg beim Lernen!

Quellen

  1. [Einzelquelle] MedFAngAusbV, Ausbildungsrahmenplan, Abschnitt 1 Nr. 5. https://www.gesetze-im-internet.de/medfangausbv/anlage_1.html

Hinweis: Dieser Beitrag wurde mit Unterstützung von Künstlicher Intelligenz erstellt und redaktionell geprüft. Die Inhalte dienen der allgemeinen Information und Prüfungsvorbereitung. Sie ersetzen nicht die offiziellen Prüfungsunterlagen oder den Unterricht. Trotz sorgfältiger Kontrolle übernehmen wir keine Gewähr für Vollständigkeit und Richtigkeit.

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