Notfallmanagement in der Arztpraxis: Bist du vorbereitet?
Notfallmanagement in der Arztpraxis gehört zu den wichtigsten Kompetenzen, die du als MFA beherrschen musst. Auch wenn akute Notfälle in der ambulanten Praxis statistisch selten vorkommen, können sie jederzeit eintreten – und dann zählt jede Sekunde. Ein Patient kollabiert im Wartezimmer, eine allergische Reaktion eskaliert nach einer Impfung, oder ein älterer Patient zeigt plötzlich Zeichen eines Herzinfarkts. In solchen Momenten bist du als MFA oft die erste Person, die reagiert. Dieses Wissen kann Leben retten.
In diesem Artikel lernst du häufige Notfallsituationen kennen und wiederholst grundlegende Abläufe. Grundlage für die Reanimationsangaben sind die ERC-Leitlinien 2025.1 Für Medikamente gelten ausschließlich die ärztliche Anordnung, die Fachinformation und der aktuelle Notfallstandard deiner Praxis; konkrete Dosierungen werden hier bewusst nicht angegeben.
Häufigste Notfälle in der Arztpraxis
Nicht jeder Notfall ist gleich wahrscheinlich. Damit du einschätzen kannst, worauf du dich vorbereiten solltest, hier ein Überblick über die häufigsten Notfallsituationen in der ambulanten Praxis:
Synkope und Kreislaufkollaps sind mit Abstand die häufigsten Notfälle. Rund 50–60 % aller Praxis-Notfälle entfallen auf vasovagale Synkopen – etwa nach Blutentnahmen, Impfungen oder bei Angstpatienten. Meistens erholen sich die Patienten schnell, aber du musst eine ernstere Ursache ausschließen können.
Anaphylaktische Reaktionen machen etwa 5–10 % der Praxis-Notfälle aus. Sie treten vor allem nach Medikamentengabe, Impfungen oder Allergie-Testungen auf. Eine Anaphylaxie kann sich innerhalb von Minuten lebensbedrohlich entwickeln.
Hypoglykämie betrifft vor allem Diabetiker, die in der Praxis vorstellig werden. Etwa 5–8 % der Notfälle sind schwere Unterzuckerungen. Gerade bei insulinpflichtigen Patienten kann es schnell kritisch werden.
Kardiale Ereignisse wie Angina pectoris, Herzinfarkt oder Herzrhythmusstörungen machen rund 5–10 % aus. Bei einer Praxis mit vielen älteren Patienten kann dieser Anteil deutlich höher liegen.
Krampfanfälle (epileptische Anfälle) treten seltener auf, sind aber spektakulär und erfordern besonnenes Handeln. Etwa 2–5 % der Praxis-Notfälle fallen in diese Kategorie.
Asthma-Anfälle und akute Atemnot runden das Bild ab. Gerade in pneumologischen oder allergologischen Praxen sind sie keine Seltenheit.
Wichtig: Auch wenn diese Zahlen klein wirken – in einer durchschnittlichen Praxis kommt es statistisch alle ein bis zwei Jahre zu einem ernsthaften Notfall. Bist du dann vorbereitet, machst du den Unterschied.
Notfallausstattung – Was muss vorhanden sein?
Jede Arztpraxis ist gesetzlich verpflichtet, eine Notfallausstattung vorzuhalten. Als MFA bist du mitverantwortlich dafür, dass alles vollständig und funktionsfähig ist. Hier die Checkliste für den Notfallkoffer:
Notfallmedikamente:
- Adrenalin (Epinephrin)
- Prednisolon i.v. (z. B. Solu-Decortin)
- Clemastin oder Dimetinden (Antihistaminikum) i.v.
- Salbutamol Dosieraerosol (bei Bronchospasmus)
- Nitroglycerin-Spray (bei Angina pectoris)
- Glucose 40 % i.v. oder Glucagon-Fertigspritze
- Diazepam rectal/i.v. (bei Krampfanfällen)
- Acetylsalicylsäure
- isotonische Infusionslösung
- AED (Automatisierter Externer Defibrillator)
- Beatmungsbeutel mit Masken (verschiedene Größen)
- Sauerstoffflasche mit Druckminderer und Maske/Brille
- Stauschlauch und Venenverweilkanülen (verschiedene Größen)
- Infusionsbesteck
- Blutdruckmessgerät und Stethoskop
- Pulsoximeter
- Blutzuckermessgerät mit Teststreifen
- Absaugvorrichtung (manuell oder elektrisch)
- Guedel-Tuben (verschiedene Größen)
- Spritzen und Kanülen
- Tupfer, Pflaster, Verbandmaterial
- Einmalhandschuhe
- Beatmungsmaske (Taschenmaske/Pocket Mask)
Patient bricht zusammen – Der Algorithmus
Dies ist der wichtigste Abschnitt dieses Artikels. Wenn ein Patient vor dir zusammenbricht, musst du diesen Algorithmus abrufen können, ohne nachzudenken. Übe ihn regelmäßig, bis er sitzt.
Schritt 1: Sicherheit und Ansprechen
Eigenschutz geht immer vor. Stelle sicher, dass keine Gefahr für dich besteht (z. B. herumliegende Spritzen, nasser Boden). In der Arztpraxis ist die Umgebung meistens sicher, aber prüfe es trotzdem kurz.
Gehe zum Patienten und sprich ihn laut an: „Hallo, können Sie mich hören?" Fasse ihn dabei an den Schultern und schüttle ihn vorsichtig. Reagiert er? Nutze das AVPU-Schema zur schnellen Einschätzung:
- A – Alert: Patient ist wach und ansprechbar
- V – Voice: Patient reagiert auf Ansprache
- P – Pain: Patient reagiert nur auf Schmerzreiz
- U – Unresponsive: Patient reagiert auf nichts
Schritt 2: Hilfe rufen
Rufe sofort um Hilfe. In der Arztpraxis bedeutet das:
- Rufe laut nach Kollegen – „Notfall im Wartezimmer! Ich brauche Hilfe!"
- Lass einen Kollegen den Notruf 112 absetzen (oder mache es selbst, wenn du allein bist)
- Lass den AED und Notfallkoffer holen
- Informiere den Arzt sofort
Schritt 3: Atmung prüfen
Jetzt musst du schnell feststellen, ob der Patient normal atmet. Dafür:
- Kopf überstrecken (Kinnhebungsgriff / Head-Tilt-Chin-Lift): Eine Hand an die Stirn, zwei Finger unter das Kinn, und den Kopf vorsichtig nach hinten neigen. Dadurch wird der Atemweg freigemacht. (Der Esmarch-Handgriff ist davon zu unterscheiden: Dabei wird der Unterkiefer ohne Kopfüberstreckung nach vorn geschoben – Mittel der Wahl bei Verdacht auf Halswirbelsäulenverletzung.)
- Sehen – Hören – Fühlen: Bringe dein Ohr nah an Mund und Nase des Patienten. Schaue dabei auf den Brustkorb.
- Sehen: Hebt und senkt sich der Brustkorb?
- Hören: Hörst du Atemgeräusche?
- Fühlen: Spürst du Atemluft an deiner Wange?
Wichtig: Schnappatmung oder agonale Atmung (unregelmäßige, keuchende Atemzüge) ist keine normale Atmung. Sie tritt bei bis zu 40 % der Kreislaufstillstände auf und darf dich nicht davon abhalten, mit der Reanimation zu beginnen. Die ERC-Leitlinien 2025 betonen ausdrücklich: Jeder Patient mit agonaler Atmung ist genauso reanimationspflichtig wie ein Patient, der gar nicht atmet. Die ersten 3–5 Minuten entscheiden über das Überleben.
Atmet der Patient normal? Dann bringe ihn in die stabile Seitenlage und überwache ihn kontinuierlich bis der Rettungsdienst eintrifft.
Atmet der Patient nicht normal? Dann sofort weiter zu Schritt 4.
Schritt 4: Reanimation starten
Die Herzdruckmassage ist das Kernstück der Reanimation. Hier die wichtigsten Parameter nach den aktuellen ERC/GRC-Leitlinien:
Druckpunkt: Mitte des Brustkorbs, auf dem unteren Drittel des Brustbeins. Am einfachsten findest du ihn, indem du den Handballen auf die Mitte der Brust zwischen den Brustwarzen legst.
Technik:
- Knie neben dem Patienten auf Brusthöhe
- Handballen auf den Druckpunkt, zweite Hand darüber, Finger verschränken
- Arme durchgestreckt, Schultern senkrecht über dem Druckpunkt
- Mit dem Oberkörpergewicht drücken – nicht mit den Armen
- 30:2 – 30 Kompressionen, dann 2 Beatmungen
- 5–6 cm Drucktiefe (tief genug drücken!)
- 100–120/min Frequenz (Tipp: Der Rhythmus von „Stayin' Alive" von den Bee Gees passt perfekt)
- Vollständige Entlastung nach jeder Kompression – lass den Brustkorb komplett zurückkommen
- Minimale Unterbrechungen – Pausen unter 10 Sekunden halten
Wechsel dich ab: Herzdruckmassage ist extrem anstrengend. Wechsle alle 2 Minuten mit einem Kollegen, um die Qualität aufrechtzuerhalten. Den Wechsel möglichst schnell durchführen (unter 5 Sekunden Pause).
Schritt 5: AED einsetzen
Der AED (Automatisierter Externer Defibrillator) ist dein wichtigstes technisches Hilfsmittel. Sobald er verfügbar ist, setze ihn ein – auch während die Reanimation läuft.
So funktioniert es:
- Gerät einschalten – die meisten Geräte starten automatisch beim Öffnen
- Pads aufkleben – Das Gerät zeigt dir genau, wohin:
- Ein Pad rechts unterhalb des Schlüsselbeins
- Ein Pad links unter der Achselhöhle (auf Höhe der Brustwarze)
- Die Pads direkt auf die nackte, trockene Haut kleben
- Schock auslösen – Wenn der AED einen Schock empfiehlt: Sicherstellen, dass niemand den Patienten berührt, dann die Schocktaste drücken
- Sofort weiterdrücken – Nach dem Schock (oder wenn kein Schock empfohlen wird) sofort mit 30:2 weitermachen
- Der AED meldet sich alle 2 Minuten zur erneuten Analyse
Reanimation und AED werden fortgesetzt, bis der Rettungsdienst übernimmt, der Patient Lebenszeichen zeigt, oder du körperlich nicht mehr kannst.
Anaphylaxie – Erkennen und Erstversorgung
Eine anaphylaktische Reaktion ist einer der zeitkritischsten Notfälle in der Arztpraxis. Sie kann nach Impfungen, Medikamentengabe, Desensibilisierungsbehandlungen oder scheinbar ohne erkennbaren Auslöser auftreten.
Symptome nach Schweregrad:
Grad I – Leicht: Hautsymptome wie Juckreiz, Urtikaria (Quaddeln), Flush (Hautrötung), Angioödem. Der Patient fühlt sich unwohl, hat aber noch keine Kreislaufprobleme.
Grad II – Moderat: Zusätzlich Übelkeit, Erbrechen, Bauchkrämpfe, leichte Atemnot, Tachykardie, Blutdruckabfall. Der Patient wird unruhig und ängstlich.
Grad III – Schwer: Starke Atemnot durch Bronchospasmus oder Larynxödem, Schock mit schwerem Blutdruckabfall, Bewusstseinstrübung. Akute Lebensgefahr!
Grad IV – Kreislaufstillstand: Atem- und Kreislaufstillstand. Sofortige Reanimation erforderlich.
Erstversorgung bei Anaphylaxie:
- Allergenzufuhr stoppen – Infusion stoppen, Insektenstachel entfernen
- Hilfe rufen und 112 alarmieren
- Adrenalin i.m. nach ärztlicher Anordnung und aktuellem Notfallstandard; Dosierungen sind hier bewusst nicht angegeben
- Lagerung: Bei Kreislaufproblemen Schocklagerung (Beine hoch). Bei Atemnot Oberkörper hochlagern. Bei Bewusstlosigkeit stabile Seitenlage
- Sauerstoff nach aktuellem Notfallstandard
- Venösen Zugang vorbereiten oder legen, soweit angeordnet und beherrscht
- Weitere Medikamente ausschließlich nach ärztlicher Anweisung und Praxisstandard
Hypoglykämie – Schnell handeln
Eine schwere Unterzuckerung kann innerhalb von Minuten gefährlich werden. Besonders Patienten mit Typ-1-Diabetes oder insulinpflichtigen Typ-2-Diabetes sind betroffen.
Symptome erkennen:
- Leichte Hypoglykämie (BZ < 70 mg/dl): Schwitzen, Zittern, Herzklopfen, Hunger, Unruhe, Blässe
- Moderate Hypoglykämie (BZ < 50 mg/dl): Zusätzlich Konzentrationsstörungen, Sehstörungen, Verwirrtheit, Sprachstörungen, Koordinationsprobleme
- Schwere Hypoglykämie (BZ < 30 mg/dl): Bewusstlosigkeit, Krampfanfälle, Koma
Patient ist bei Bewusstsein und kann schlucken:
- Blutzucker messen – Bestätigung der Hypoglykämie
- Schnelle Kohlenhydrate geben gemäß ärztlichem beziehungsweise verbindlichem Praxisstandard
- Blutzucker erneut kontrollieren und weiteres Vorgehen nach Standard
- Langwirksame Kohlenhydrate: Wenn der BZ stabil ist, eine kleine Mahlzeit anbieten (Brot, Müsliriegel)
- Nichts oral geben – Aspirationsgefahr!
- 112 rufen
- Stabile Seitenlage
- Glucose oder Glucagon ausschließlich nach ärztlicher Anordnung beziehungsweise verbindlichem Notfallstandard
- Blutzucker engmaschig kontrollieren
Herzinfarkt und Schlaganfall erkennen
Beide Ereignisse sind absolute medizinische Notfälle, bei denen die Zeit über das Outcome entscheidet. Als MFA musst du die Symptome sofort erkennen.
Herzinfarkt erkennen:
- Leitsymptom: Starker, drückender oder brennender Brustschmerz, der länger als 5 Minuten anhält
- Ausstrahlung: In den linken Arm, Schulter, Unterkiefer, Oberbauch oder Rücken
- Begleitsymptome: Atemnot, kalter Schweiß, Übelkeit, Todesangst, Blässe
- Achtung bei Frauen und Diabetikern: Symptome können untypisch sein – Oberbauchschmerzen, Übelkeit, Abgeschlagenheit können die einzigen Zeichen sein
- 112 rufen – Stichwort „Brustschmerz, Verdacht Herzinfarkt"
- Patient beruhigen und Oberkörper hochlagern (30–45 Grad)
- Beengende Kleidung öffnen
- Medikamente ausschließlich nach ärztlicher Anordnung und aktuellem Notfallstandard
- Sauerstoff nur nach Indikation und Praxisstandard
- Venösen Zugang legen
- Reanimationsbereitschaft – AED griffbereit halten
- F – Face (Gesicht): Bitte den Patienten zu lächeln. Hängt ein Mundwinkel herunter?
- A – Arms (Arme): Bitte den Patienten, beide Arme nach vorne zu strecken, Handflächen nach oben. Sinkt ein Arm ab oder dreht sich die Handfläche?
- S – Speech (Sprache): Bitte den Patienten, einen einfachen Satz nachzusprechen. Ist die Sprache verwaschen oder unverständlich?
- T – Time (Zeit): Ist einer dieser Tests auffällig? Sofort 112 rufen! Jede Minute zählt – „Time is Brain"
Regelmäßige Notfallübungen – So bleibt das Team fit
Wissen allein reicht nicht – du musst es üben. Studien zeigen, dass Reanimationskenntnisse bereits nach 3–6 Monaten ohne Training deutlich nachlassen. Deshalb sind regelmäßige Übungen im Praxisteam unverzichtbar.
Empfohlener Trainingsplan:
- Vierteljährlich: Komplette Notfallübung im Team mit Simulation eines Notfallszenarios (Reanimation, Anaphylaxie etc.)
- Halbjährlich: AED-Training, damit jeder im Team das Gerät sicher bedienen kann
- Jährlich: Teilnahme an einem zertifizierten Notfalltraining (z. B. über die Ärztekammer oder BLS-Kurse)
- [ ] Alle Medikamente vorhanden und nicht abgelaufen?
- [ ] AED-Batterie geladen? Selbsttest bestanden?
- [ ] AED-Pads nicht abgelaufen?
- [ ] Sauerstoffflasche ausreichend gefüllt (> 50 %)?
- [ ] Beatmungsbeutel intakt und Masken vorhanden?
- [ ] Venenverweilkanülen, Spritzen, Kanülen vollständig?
- [ ] Infusionslösungen nicht abgelaufen?
- [ ] Absaugung funktionsfähig?
- [ ] Dokumentation der Kontrolle mit Datum und Unterschrift?
- Szenarien durchspielen: Simuliert realistische Situationen – Patient kollabiert beim Blutabnehmen, Kind hat allergische Reaktion nach Impfung
- Rollen verteilen: Wer ruft 112? Wer holt den AED? Wer startet die Reanimation? Wer dokumentiert?
- Debriefing: Besprecht nach jeder Übung, was gut lief und was besser werden muss
- Auch Nicht-MFA einbeziehen: Reinigungskräfte, Auszubildende und Rezeptionspersonal sollten zumindest den Notruf und die Basismaßnahmen beherrschen
Übrigens: Auch das Thema Hygiene spielt im Notfall eine Rolle. In unserem Artikel Hygiene in der Arztpraxis erfährst du alles, was du wissen musst.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Was mache ich, wenn ich als MFA allein in der Praxis bin und ein Patient kollabiert?
Prüfe Bewusstsein und Atmung. Rufe sofort 112 an – nutze die Freisprechfunktion deines Telefons, damit du gleichzeitig mit der Reanimation beginnen kannst. Starte die Herzdruckmassage, bis der Rettungsdienst eintrifft. Wenn möglich, setze den AED ein. Allein zu reanimieren ist besser als nicht zu reanimieren.
Darf ich als MFA Adrenalin spritzen?
Ja. Im Notfall darfst du als MFA unter Delegation des Arztes Adrenalin intramuskulär verabreichen. Bei einer schweren Anaphylaxie ist Adrenalin lebensrettend und darf nicht verzögert werden. Besprich in deiner Praxis vorher klar, in welchen Situationen du eigenständig handeln darfst – am besten schriftlich als Standard Operating Procedure (SOP).
Wie oft muss der Notfallkoffer kontrolliert werden?
Es gibt keine bundesweit einheitliche gesetzliche Vorgabe für den genauen Kontrollrhythmus. Die allgemeine Empfehlung lautet: mindestens monatlich eine vollständige Kontrolle mit Dokumentation. Nach jedem Einsatz des Notfallkoffers muss er sofort aufgefüllt werden. Die Berufsgenossenschaften und Ärztekammern geben hierzu regionale Empfehlungen.
Wie tief muss ich bei der Herzdruckmassage drücken?
Die empfohlene Drucktiefe liegt bei 5–6 cm für Erwachsene. Das fühlt sich tiefer an, als du denkst. Hab keine Angst, eine Rippe zu brechen – das kann passieren und ist im Vergleich zum Kreislaufstillstand ein akzeptables Risiko. Ohne ausreichende Drucktiefe ist die Reanimation nicht effektiv.
Was ist, wenn der Patient eine Patientenverfügung hat und keine Reanimation will?
In der akuten Notfallsituation gilt: Im Zweifel reanimieren. Eine Patientenverfügung muss dir im Moment des Notfalls vorliegen und eindeutig auf die aktuelle Situation zutreffen. Wenn du Zweifel hast, beginne mit der Reanimation. Der eintreffende Notarzt kann die Situation dann neu bewerten. Sprich dieses Thema proaktiv mit dem Praxisarzt an.
Muss in jeder Arztpraxis ein AED vorhanden sein?
Eine ausdrückliche gesetzliche Pflicht zur AED-Ausstattung besteht nicht in allen Bundesländern, aber die meisten Fachgesellschaften und Berufsgenossenschaften empfehlen sie dringend. Ein AED gehört nach aktuellen Leitlinien zur Standardausstattung einer gut organisierten Praxis. Die Anschaffungskosten liegen zwischen 800 und 2.000 Euro – eine lohnende Investition.
Wie erkenne ich den Unterschied zwischen einer einfachen Ohnmacht und einem Kreislaufstillstand?
Bei einer einfachen vasovagalen Synkope wird der Patient in der Regel nach wenigen Sekunden bis Minuten wieder wach, atmet normal und hat einen tastbaren Puls. Beim Kreislaufstillstand hingegen bleibt der Patient bewusstlos, atmet nicht normal (oder nur Schnappatmung) und reagiert nicht auf Ansprache oder Schmerzreiz. Im Zweifel: Prüfe die Atmung nach dem 10-Sekunden-Schema und beginne bei abnormaler oder fehlender Atmung sofort mit der Reanimation.
Wie kann ich mich auf die Prüfungsfragen zum Thema Notfallmanagement vorbereiten?
Notfallmanagement ist ein Bestandteil der MFA-Ausbildung. Konzentriere dich auf BLS-Abläufe, Alarmierung, Teamkommunikation und das Erkennen wichtiger Notfallbilder. Medikamentendosierungen lernst du ausschließlich anhand freigegebener aktueller Praxisstandards.
Quellen
- [Einzelquelle] European Resuscitation Council, „Guidelines 2025“. https://www.erc.edu/science-research/guidelines/guidelines-2025/guidelines-2025-english ↩
Hinweis: Dieser Beitrag wurde mit Unterstützung von Künstlicher Intelligenz erstellt und redaktionell geprüft. Die Inhalte dienen der allgemeinen Information und Prüfungsvorbereitung. Sie ersetzen nicht die offiziellen Prüfungsunterlagen oder den Unterricht. Trotz sorgfältiger Kontrolle übernehmen wir keine Gewähr für Vollständigkeit und Richtigkeit.
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