Fachwissen
07.08.2026
MFA Prüfungsfit Redaktion

Hygiene in der Arztpraxis: Das musst du wissen

Hygiene in der Arztpraxis ist eines der wichtigsten Themen in deiner MFA-Ausbildung – und gleichzeitig eines, das dich im gesamten Berufsleben begleiten wird. Ob Händedesinfektion, Flächenreinigung oder die korrekte Aufbereitung von Instrumenten: Als Medizinische Fachangestellte trägst du eine zentrale Verantwortung dafür, dass Patienten und das gesamte Praxisteam vor Infektionen geschützt sind. In diesem Artikel bekommst du einen vollständigen Überblick über alles, was du zu Hygiene in der Arztpraxis wissen musst – praxisnah, verständlich und auf dem aktuellen Stand der RKI- und KRINKO-Empfehlungen.

Warum Hygiene in der Arztpraxis so wichtig ist

Jeden Tag kommen in einer Arztpraxis viele Menschen zusammen: gesunde, kranke, immungeschwächte und hochinfektiöse Patienten. Die Praxis ist damit ein Ort, an dem Krankheitserreger besonders leicht übertragen werden können. Ohne konsequente Hygienemaßnahmen entstehen sogenannte nosokomiale Infektionen – also Infektionen, die im Zusammenhang mit medizinischer Behandlung auftreten.

Hygiene schützt dabei nicht nur die Patienten, sondern auch dich und deine Kollegen. Ein Fehler bei der Desinfektion kann im schlimmsten Fall schwerwiegende Infektionsketten auslösen. Deshalb ist Hygiene in Deutschland streng geregelt:

  • Das Infektionsschutzgesetz (IfSG) bildet die rechtliche Grundlage.
  • Das Robert Koch-Institut (RKI) gibt über die Kommission für Krankenhaushygiene und Infektionsprävention (KRINKO) evidenzbasierte Empfehlungen heraus.
  • Die Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege (BGW) regelt den Arbeitsschutz.
  • Die Medizinprodukte-Betreiberverordnung (MPBetreibV) definiert, wie Instrumente aufbereitet werden müssen.
Merke dir: Hygiene ist keine optionale Zusatzaufgabe, sondern eine gesetzliche Pflicht und ein Qualitätsmerkmal jeder guten Praxis.

Die 5 Momente der Händehygiene

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat ein Modell entwickelt, das dir hilft, den richtigen Zeitpunkt für die Händedesinfektion nie zu vergessen. Die 5 Momente der Händehygiene beschreiben die fünf Situationen, in denen du deine Hände desinfizieren musst:

  1. Vor dem Patientenkontakt – Bevor du einen Patienten berührst, zum Beispiel vor der Blutdruckmessung oder dem Anlegen eines Verbands.
  2. Vor aseptischen Tätigkeiten – Bevor du eine Tätigkeit ausführst, bei der Keimfreiheit wichtig ist, zum Beispiel vor dem Aufziehen einer Spritze oder dem Wechseln eines Verbands.
  3. Nach Kontakt mit potenziell infektiösem Material – Nach dem Kontakt mit Blut, Sekret, Urin oder anderen Körperflüssigkeiten, auch wenn du Handschuhe getragen hast.
  4. Nach dem Patientenkontakt – Nach jeder Berührung eines Patienten, bevor du etwas anderes anfasst.
  5. Nach Kontakt mit der unmittelbaren Patientenumgebung – Nachdem du Gegenstände in der Nähe des Patienten berührt hast (Bettgestell, Nachttisch, Infusionsständer), auch wenn du den Patienten selbst nicht berührt hast.
Diese fünf Momente klingen erstmal nach viel, aber mit etwas Routine gehen sie dir schnell in Fleisch und Blut über. Entscheidend ist: Im Zweifel lieber einmal zu viel desinfizieren als einmal zu wenig.

Händedesinfektion richtig durchführen

Die Händedesinfektion ist die einzelne wirksamste Maßnahme zur Verhütung von Infektionen. Damit sie funktioniert, musst du sie korrekt und vollständig durchführen. Hier ist die Schritt-für-Schritt-Anleitung:

Vorbereitung

  • Entferne Ringe, Armbänder und Uhren (in der Praxis solltest du grundsätzlich keinen Handschmuck tragen).
  • Fingernägel müssen kurz und unlackiert sein – Gelnägel und Kunstnägel sind tabu.
  • Die Hände sollten trocken sein.

Die 6 Schritte der Händedesinfektion

Nimm ausreichend Desinfektionsmittel (etwa 3–5 ml, ca. eine hohle Hand voll) und verteile es nach folgendem Schema:

  1. Handfläche auf Handfläche – Reibe beide Handflächen aneinander.
  2. Rechte Handfläche über linken Handrücken und umgekehrt – Mit verschränkten Fingern.
  3. Handfläche auf Handfläche mit verschränkten, gespreizten Fingern – So erreichst du die Zwischenräume.
  4. Außenseite der Finger – In die Handfläche der anderen Hand eingehakt, hin und her reiben.
  5. Daumen – Den Daumen mit der anderen Hand umschließen und kreisend reiben. Beide Seiten.
  6. Fingerkuppen – Die Fingerkuppen in der Handfläche der anderen Hand kreisend reiben.

Wichtige Regeln

  • Die Einwirkzeit beträgt mindestens 30 Sekunden – halte dich an die Herstellerangaben auf dem Produkt.
  • Die Hände müssen während der gesamten Einwirkzeit feucht bleiben. Falls das Mittel vorher verdunstet, hast du zu wenig genommen.
  • Nicht abtrocknen – das Desinfektionsmittel muss an der Luft trocknen.
  • Händedesinfektion ersetzt das Händewaschen, nicht umgekehrt. Hände waschen solltest du nur bei sichtbarer Verschmutzung.

Händewaschen vs. Händedesinfektion

Ein häufiger Fehler in der Praxis: Viele denken, Händewaschen sei gründlicher als Desinfizieren. Das Gegenteil ist der Fall. Die alkoholische Händedesinfektion ist deutlich wirksamer gegen die meisten Erreger und dabei hautschonender. Hände waschen solltest du nur in diesen Situationen:

  • Bei sichtbarer Verschmutzung der Hände
  • Nach dem Toilettengang
  • Bei bestimmten Erregern wie Clostridioides difficile oder Noroviren (hier ist Waschen zusätzlich zur Desinfektion nötig, da diese Erreger teilweise alkoholresistent sind)

Flächendesinfektion – Wann, wie und womit?

Neben den Händen sind Oberflächen in der Praxis ein häufiger Übertragungsweg für Keime. Die Flächendesinfektion unterscheidet man in zwei Kategorien:

Routinedesinfektion

Die Routinedesinfektion wird regelmäßig und planmäßig durchgeführt – unabhängig davon, ob eine sichtbare Kontamination vorliegt. Sie umfasst alle patientennahen Flächen:

  • Behandlungsliegen nach jedem Patienten
  • Arbeitsflächen und Ablageflächen
  • Türklinken, Lichtschalter und Armlehnen
  • Tastatur, Maus, Telefon
  • Medizinische Geräte (Blutdruckmanschette, Stethoskop)

Gezielte Desinfektion

Eine gezielte Desinfektion führst du sofort durch, wenn eine Kontamination mit Blut, Sekreten oder anderen potenziell infektiösen Materialien aufgetreten ist. Hier gilt:

  1. Einmalhandschuhe anziehen.
  2. Grobe Verunreinigungen mit einem in Desinfektionsmittel getränkten Einmaltuch aufnehmen.
  3. Die Fläche mit Desinfektionsmittel in der vorgeschriebenen Konzentration satt benetzen.
  4. Einwirkzeit einhalten (steht auf dem Produkt und im Hygieneplan).
  5. Nicht trocken wischen, bevor die Einwirkzeit abgelaufen ist.

Wischdesinfektion statt Sprühdesinfektion

Merke dir eine wichtige Grundregel: Wischen statt Sprühen! Die Wischdesinfektion ist aus mehreren Gründen der Sprühdesinfektion vorzuziehen:

  • Bessere Benetzung der Fläche
  • Mechanische Reinigungswirkung durch den Wischvorgang
  • Keine Inhalation von Desinfektionsmittel-Aerosolen
  • Gleichmäßigere Verteilung
Die einzige Ausnahme bilden schwer zugängliche Stellen, bei denen eine Wischdesinfektion nicht möglich ist.

Aufbereitung von Medizinprodukten

Die Aufbereitung von Medizinprodukten – also von Instrumenten und Geräten, die bei der Behandlung verwendet werden – gehört zu den anspruchsvollsten Hygieneaufgaben in der Praxis. Die Grundlage ist die Spaulding-Klassifikation, die Medizinprodukte nach ihrem Infektionsrisiko einteilt.

Die Spaulding-Klassifikation

Unkritische Medizinprodukte

Diese kommen nur mit intakter Haut in Kontakt, zum Beispiel:

  • Blutdruckmanschetten
  • Stethoskope
  • EKG-Elektroden
Aufbereitung: Reinigung und Wischdesinfektion sind ausreichend.

Semikritische Medizinprodukte

Diese kommen mit Schleimhaut oder krankhaft veränderter Haut in Kontakt, zum Beispiel:

  • Spekula
  • Laryngoskop-Spatel
  • Beatmungsmasken
Aufbereitung: Reinigung und Desinfektion (mindestens thermische oder chemische Desinfektion).

Kritische Medizinprodukte

Diese durchdringen Haut oder Schleimhaut und kommen mit Blut oder inneren Geweben in Kontakt, zum Beispiel:

  • Chirurgische Instrumente (Skalpelle, Klemmen, Scheren)
  • Implantate
  • Punktionsnadeln (soweit nicht Einmalprodukte)
Aufbereitung: Reinigung, Desinfektion und Sterilisation sind zwingend erforderlich.

Der Aufbereitungskreislauf

Die Aufbereitung folgt immer einem festen Ablauf:

  1. Entsorgung und Vorreinigung – Direkt nach der Nutzung grobe Verunreinigungen entfernen und das Instrument in eine Desinfektionslösung einlegen.
  2. Reinigung – Gründliche manuelle oder maschinelle Reinigung (z. B. im Ultraschallbad).
  3. Desinfektion – Thermisch (z. B. im Reinigungs- und Desinfektionsgerät bei mind. 90 °C) oder chemisch.
  4. Spülung und Trocknung – Mit demineralisiertem Wasser spülen und vollständig trocknen.
  5. Kontrolle und Pflege – Auf Sauberkeit, Funktion und Beschädigungen prüfen, ggf. ölen.
  6. Verpackung – In geeignete Sterilgutverpackung (Klarsichtbeutel, Container).
  7. Sterilisation – Im Autoklaven (Dampfsterilisation bei 134 °C, 3 bar, 5 Minuten bei Prionen-Risiko oder 121 °C, 18 Minuten Standard).
  8. Dokumentation und Freigabe – Chargenkontrolle, Indikatorauswertung, Dokumentation im Sterilisationsprotokoll.
  9. Lagerung – Staubfrei und trocken, Lagerfrist beachten.

Sterilisation in der Praxis

In den meisten Arztpraxen wird mit einem Autoklaven (Dampfsterilisator) gearbeitet. Dabei gibt es verschiedene Typen:

  • Klasse N – Nur für massive, unverpackte Instrumente geeignet (nicht empfohlen für Praxen).
  • Klasse S – Für bestimmte Beladungen gemäß Herstellerangabe.
  • Klasse B – Der Goldstandard. Geeignet für alle Medizinprodukte, auch verpackt, hohl und porös.
Die Sterilisation muss regelmäßig durch Routineprüfungen kontrolliert werden:
  • Täglicher Vakuumtest (Leckratentest)
  • Bowie-Dick-Test (Dampfdurchdringung)
  • Chargenkontrolle bei jedem Sterilisationslauf (Prozessindikatoren, Chargendokumentation)
  • Periodische mikrobiologische Prüfung

Abfallentsorgung in der Arztpraxis

Abfall ist nicht gleich Abfall. In der Arztpraxis fallen verschiedene Abfallarten an, die nach der LAGA-Richtlinie (Bund-Länder-Arbeitsgemeinschaft Abfall) in Abfallgruppen eingeteilt werden:

Abfallgruppe AS 18 01 01 – Spitze und scharfe Gegenstände

  • Kanülen, Skalpellklingen, Lanzetten, Glaskapillaren
  • Entsorgung: In durchstichsicheren, fest verschließbaren Abfallbehältern (Kanülenabwurfbehälter)
  • Niemals Kanülen recappen (Schutzkappen wieder aufsetzen)!

Abfallgruppe AS 18 01 02 – Körperteile und Organe

  • In der Arztpraxis selten relevant
  • Entsorgung: Gesonderte Sammlung, Verbrennung

Abfallgruppe AS 18 01 03 – Infektiöser Abfall

  • Abfall, der mit meldepflichtigen Erregern kontaminiert ist
  • Entsorgung: In gekennzeichneten, sicher verschlossenen Behältern, Verbrennung in zugelassener Anlage

Abfallgruppe AS 18 01 04 – Nicht infektiöser medizinischer Abfall

  • Tupfer, Verbände, Einmalhandschuhe, Spritzenkörper (ohne Kanüle)
  • Der mengenmäßig größte Anteil in der Praxis
  • Entsorgung: Über den normalen Restmüll (hausmüllähnlicher Abfall)

Abfallgruppe AS 18 01 06 – Chemische Abfälle

  • Desinfektionsmittelreste, Reagenzien, Chemikalien
  • Entsorgung: Getrennte Sammlung, Sondermüllentsorgung
Die korrekte Abfalltrennung ist nicht nur eine Hygienefrage, sondern auch eine Arbeitsschutzmaßnahme und eine gesetzliche Pflicht.

Nadelstichverletzung – was tun?

Nadelstichverletzungen gehören zu den häufigsten Arbeitsunfällen im Gesundheitswesen. Dabei kann es zur Übertragung von Hepatitis B, Hepatitis C oder HIV kommen. Wenn es passiert, ist schnelles und richtiges Handeln entscheidend.

Sofortmaßnahmen (Erste Hilfe)

  1. Blutfluss fördern – Lass die Wunde 1–2 Minuten ausbluten. Den Blutfluss durch leichten Druck im umliegenden Gewebe unterstützen, nicht quetschen oder massieren (das könnte potenziell infektiöses Material ins Gewebe drücken).
  2. Wunde desinfizieren – Stichstelle großzügig mit einem viruzid wirksamen Antiseptikum auf Alkoholbasis (z. B. alkoholisches Hautdesinfektionsmittel oder Octenisept) behandeln und gemäß DGUV-Empfehlung mindestens 10 Minuten feucht halten (Tupfer befeuchten). Bei tiefen Stichkanälen ggf. spreizen, damit das Antiseptikum in die Tiefe wirkt.
  3. Bei Schleimhautkontakt – Augen oder Mund sofort gründlich mit Wasser oder physiologischer Kochsalzlösung spülen.

Weitere Schritte

  1. Vorgesetzte informieren – Melde den Vorfall sofort deiner Praxisleitung.
  2. Durchgangsarzt (D-Arzt) aufsuchen – Noch am selben Tag. Der D-Arzt dokumentiert die Verletzung und leitet die weiteren Maßnahmen ein.
  3. Blutentnahme – Beim Verletzten und, wenn möglich, beim Indexpatienten (die Person, deren Instrument die Verletzung verursacht hat). Untersuchung auf Hepatitis B, Hepatitis C und HIV.
  4. Unfallanzeige – Der Vorfall muss als Arbeitsunfall bei der Berufsgenossenschaft (BGW) gemeldet werden.
  5. Dokumentation – Alles schriftlich festhalten: Zeitpunkt, Hergang, Sofortmaßnahmen, beteiligte Personen.
  6. Postexpositionsprophylaxe (PEP) – Je nach Risikobewertung. HIV-PEP: so früh wie möglich (idealerweise innerhalb von 2 Stunden, spätestens 72 Stunden nach Exposition) über 28–30 Tage. Hepatitis B: bei unbekanntem oder unzureichendem Impfstatus aktiv-passive Simultanimpfung innerhalb von 24–48 Stunden. Hepatitis C: keine PEP verfügbar, aber Verlaufskontrollen durch den D-Arzt.

Prävention

Die beste Nadelstichverletzung ist die, die gar nicht erst passiert:

  • Verwende sichere Instrumente mit Schutzvorrichtungen (Safety-Kanülen).
  • Nie Kanülen recappen – das ist die häufigste Ursache für Nadelstichverletzungen.
  • Kanülenabwurfbehälter immer in Griffweite haben.
  • Konzentriert arbeiten und Hektik vermeiden.

Der Hygieneplan – dein wichtigstes Dokument

Jede Arztpraxis ist nach § 36 des Infektionsschutzgesetzes verpflichtet, einen Hygieneplan zu erstellen und aktuell zu halten. Der Hygieneplan ist quasi das Handbuch für alle Hygienemaßnahmen in der Praxis und regelt verbindlich, wer, was, wann, wie und womit zu tun hat.

Inhalte eines Hygieneplans

Ein vollständiger Hygieneplan enthält unter anderem:

  • Händehygiene – Wann und wie desinfiziert wird, welche Produkte verwendet werden
  • Flächendesinfektion – Welche Flächen wie oft und mit welchem Mittel desinfiziert werden
  • Aufbereitung von Medizinprodukten – Detaillierter Ablauf für jedes Instrument
  • Abfallentsorgung – Trennung, Behälter, Entsorgungswege
  • Wäscheaufbereitung – Umgang mit Praxiswäsche und Berufskleidung
  • Personalschutz – Impfempfehlungen, Schutzkleidung, Verhalten bei Nadelstichverletzungen
  • Umgang mit infektiösen Patienten – Isolierungsmaßnahmen, Meldepflichten
  • Reinigungs- und Desinfektionspläne – Tabellarische Übersicht (Was, Wann, Womit, Wie, Wer)

Deine Rolle als MFA

Du bist verpflichtet, den Hygieneplan zu kennen und danach zu handeln. In vielen Praxen ist eine MFA als Hygienebeauftragte benannt, die für die Aktualisierung und Umsetzung des Plans verantwortlich ist. Falls du Interesse an dieser Rolle hast: Es gibt spezielle Fortbildungen zur Hygienebeauftragten MFA, die in der Regel 40 Stunden umfassen.

Tipp: Lies den Hygieneplan deiner Praxis aktiv durch und frage nach, wenn du etwas nicht verstehst. In der Prüfung wirst du garantiert nach Hygienethemen gefragt – und im Berufsalltag ist dieses Wissen jeden Tag relevant.

Du willst dein Wissen zu Hygiene direkt testen? Dann probiere unser interaktives Quiz Hygiene: Richtig oder Falsch? aus und finde heraus, wie fit du schon bist!

Häufig gestellte Fragen

Wie lange muss die Händedesinfektion dauern?

Die hygienische Händedesinfektion muss mindestens 30 Sekunden dauern. Entscheidend ist, dass die Hände während der gesamten Einwirkzeit feucht bleiben. Die genaue Einwirkzeit findest du auf dem jeweiligen Desinfektionsmittel und im Hygieneplan deiner Praxis.

Was ist der Unterschied zwischen Desinfektion und Sterilisation?

Bei der Desinfektion werden Krankheitserreger auf ein Maß reduziert, von dem keine Infektion mehr ausgehen kann – es werden aber nicht alle Mikroorganismen abgetötet. Bei der Sterilisation werden sämtliche Mikroorganismen einschließlich Sporen abgetötet oder inaktiviert. Sterilisation ist die höchste Stufe der Keimreduktion und wird bei kritischen Medizinprodukten eingesetzt.

Warum darf man in der Arztpraxis keinen Nagellack oder Schmuck tragen?

Nagellack (insbesondere abblätternder Lack), Gelnägel und Kunstnägel bieten Keimen ideale Nischen zum Überleben. Ringe und Armbänder verhindern, dass das Desinfektionsmittel alle Hautflächen erreicht. Unter Ringen sammeln sich nachweislich deutlich mehr Keime als auf unberingter Haut. Deshalb schreibt die KRINKO-Empfehlung vor, dass im Arbeitsbereich kein Handschmuck und kein Nagellack getragen werden darf.

Was muss ich als MFA über die KRINKO wissen?

Die Kommission für Krankenhaushygiene und Infektionsprävention (KRINKO) ist am Robert Koch-Institut angesiedelt und gibt evidenzbasierte Empfehlungen zur Prävention nosokomialer Infektionen heraus. Ihre Empfehlungen gelten als Stand der medizinischen Wissenschaft und sind in der Praxis verbindlich umzusetzen. Für die MFA-Prüfung solltest du wissen, was die KRINKO ist und welche Empfehlungen für die ambulante Versorgung relevant sind – insbesondere die Empfehlungen zur Händehygiene und zur Aufbereitung von Medizinprodukten.

Was sind die häufigsten Hygienefehler in der Arztpraxis?

Die häufigsten Hygienefehler, die dir im Praxisalltag begegnen können:

  • Zu kurze Einwirkzeit bei der Händedesinfektion (unter 30 Sekunden)
  • Zu wenig Desinfektionsmittel – die Hände trocknen vor Ablauf der Einwirkzeit
  • Sprühdesinfektion statt Wischdesinfektion bei Flächen
  • Recapping von Kanülen – das Wiederaufsetzen der Schutzkappe ist die häufigste Ursache für Nadelstichverletzungen
  • Fehlende Dokumentation – Sterilisationschargen nicht protokolliert, Hygieneplan nicht aktuell
  • Lücken bei der Routinedesinfektion – Tastatur, Telefon und Türklinken werden vergessen

Welche Impfungen brauche ich als MFA?

Die Ständige Impfkommission (STIKO) und die arbeitsmedizinische Vorsorge empfehlen für MFA folgende Impfungen:

  • Hepatitis B – Pflichtangebot durch den Arbeitgeber, besonders wichtig wegen des Umgangs mit Blut
  • Influenza – Jährliche Grippeschutzimpfung zum eigenen Schutz und zum Schutz der Patienten
  • Masern, Mumps, Röteln (MMR) – Grundimmunisierung bzw. Auffrischung
  • COVID-19 – Nach aktuellen STIKO-Empfehlungen
  • Pertussis (Keuchhusten) – Auffrischung alle 10 Jahre
  • Varizellen (Windpocken) – Falls keine Immunität besteht
Dein Arbeitgeber ist verpflichtet, dir die arbeitsmedizinisch notwendigen Impfungen kostenlos anzubieten. Nutze dieses Angebot – du schützt damit dich selbst und deine Patienten.

Hinweis: Dieser Beitrag wurde mit Unterstützung von Künstlicher Intelligenz erstellt und redaktionell geprüft. Die Inhalte dienen der allgemeinen Information und Prüfungsvorbereitung. Sie ersetzen nicht die offiziellen Prüfungsunterlagen oder den Unterricht. Trotz sorgfältiger Kontrolle übernehmen wir keine Gewähr für Vollständigkeit und Richtigkeit.

Themen: #Hygiene

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