Ergonomie am Arbeitsplatz: Rückengesund durch den MFA-Tag
Gesundheit
10.07.2026
MFA Prüfungsfit Redaktion

Ergonomie am Arbeitsplatz: Rückengesund durch den MFA-Tag

Acht Stunden auf den Beinen, zwischendurch am PC dokumentieren, Patienten lagern, Materialien schleppen – der Arbeitsalltag als MFA ist körperlich anspruchsvoller, als viele denken. Kein Wunder, dass Rückenschmerzen, Nackenverspannungen und schwere Beine zu den häufigsten Beschwerden im Praxisteam gehören. Die gute Nachricht: Rückenschmerzen müssen nicht zum Berufsalltag dazugehören. Mit ein paar cleveren Anpassungen, den richtigen Gewohnheiten und kurzen Übungen zwischendurch kannst du deinen Körper wirksam entlasten – und trotzdem volle Leistung bringen.

In diesem Artikel erfährst du, welche Belastungen im MFA-Alltag typisch sind, wie du deinen Arbeitsplatz ergonomisch gestaltest und welche einfachen Übungen dich in nur fünf Minuten wieder fit machen. Außerdem klären wir, welche Rechte du hast und was dein Arbeitgeber für deine Gesundheit tun muss.

Typische Belastungen im MFA-Alltag

Bevor du etwas verändern kannst, hilft es, die typischen Problemzonen zu kennen. Als MFA bist du gleich mehreren körperlichen Belastungen ausgesetzt:

  • Langes Stehen am Empfang: Du stehst oft stundenlang an der Anmeldung, nimmst Patienten auf, telefonierst und organisierst. Das belastet vor allem die Lendenwirbelsäule, die Beine und die Füße.
  • Sitzen am PC: Abrechnungen, Dokumentation, Arztbriefe – vieles passiert im Sitzen. Eine schlechte Sitzhaltung führt schnell zu Verspannungen im Nacken- und Schulterbereich.
  • Beugen und Bücken: Ob beim Blutabnehmen, EKG-Anlegen oder der Wundversorgung – du beugst dich häufig über Patienten. Das geht auf den unteren Rücken.
  • Heben und Tragen: Medikamentenlieferungen, Aktenordner, Laborproben oder Geräte – du trägst regelmäßig Lasten, oft unter Zeitdruck und in ungünstiger Haltung.
  • Repetitive Bewegungen: Impfungen aufziehen, Verbände anlegen, Blutdruck messen – gleichförmige Handbewegungen können auf Dauer Sehnen und Gelenke belasten.
Wenn du dich hier wiedererkennst, bist du nicht allein. Laut Erhebungen der Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege (BGW) gehören Muskel-Skelett-Erkrankungen zu den häufigsten Gesundheitsproblemen in arztnahen Gesundheitsberufen – betroffen ist mehr als jede zweite MFA. Umso wichtiger ist es, aktiv gegenzusteuern.

Ergonomischer Empfangsarbeitsplatz

Der Empfang ist dein Hauptarbeitsplatz – und genau hier lässt sich am meisten verbessern. Achte auf folgende Punkte:

Bildschirmposition

Der obere Rand deines Monitors sollte auf Augenhöhe sein. So vermeidest du, dass du den Kopf ständig nach oben oder unten neigst. Der Abstand zum Bildschirm beträgt idealerweise 50 bis 70 cm – etwa eine Armlänge.

Tastatur und Maus

Platziere die Tastatur so, dass deine Unterarme beim Tippen waagerecht aufliegen. Die Maus gehört direkt neben die Tastatur, nicht weit entfernt. Ergonomische Tastaturen und vertikale Mäuse können bei häufiger PC-Arbeit eine echte Entlastung sein.

Stuhleinstellung

Falls du einen Bürostuhl hast, stelle ihn richtig ein: Beide Füße stehen flach auf dem Boden, die Oberschenkel sind waagerecht, und die Rückenlehne stützt deine Lendenwirbelsäule. Nutze unbedingt die Lordosenstütze, falls vorhanden.

Sitz-Steh-Arbeitsplatz

Wenn du die Möglichkeit hast, wechsle regelmäßig zwischen Sitzen und Stehen. Ein höhenverstellbarer Schreibtisch ist ideal. Die Faustregel der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) lautet: rund 60 % dynamisches Sitzen, 30 % Stehen, 10 % gezieltes Gehen. So bleibt dein Körper in Bewegung, ohne dass einzelne Strukturen überlastet werden.

Fußstütze

Gerade bei einer festen Tresenhöhe kann eine Fußstütze helfen, die Beine zu entlasten und eine aufrechte Sitzhaltung zu fördern. Schon ein kleiner Schemel unter dem Tresen macht einen Unterschied.

Richtiges Stehen bei der Assistenz

Stehen gehört zum MFA-Beruf dazu – aber wie du stehst, macht den Unterschied. Hier sind die wichtigsten Tipps:

  • Gewicht gleichmäßig verteilen: Stehe nicht einseitig auf einem Bein. Verteile dein Gewicht gleichmäßig auf beide Füße, die Knie bleiben leicht gebeugt – nie durchgestreckt.
  • Bequeme Schuhe tragen: Dazu gleich mehr im eigenen Abschnitt. Aber schon hier der Hinweis: Deine Schuhe sind die Basis für gesundes Stehen.
  • Anti-Ermüdungsmatte nutzen: Falls du an einem festen Stehplatz arbeitest, lege eine Anti-Ermüdungsmatte unter. Diese weichen Matten entlasten die Gelenke und regen die Durchblutung in den Beinen an.
  • Gewicht regelmäßig verlagern: Wippe zwischendurch auf den Zehenspitzen, verlagere das Gewicht von links nach rechts oder stelle abwechselnd einen Fuß auf eine kleine Erhöhung. Jede Bewegung ist besser als starres Stehen.

Heben und Tragen – so schonst du deinen Rücken

Falsches Heben ist einer der häufigsten Auslöser für akute Rückenschmerzen. Dabei ist die richtige Technik gar nicht kompliziert:

Die goldene Hebe-Regel: Aus den Beinen, nicht aus dem Rücken

Gehe in die Knie, halte den Rücken gerade und drücke dich mit der Kraft deiner Oberschenkel nach oben. Vermeide es, dich mit rundem Rücken vorzubeugen und die Last hochzureißen.

Last nah am Körper halten

Je weiter ein Gegenstand von deinem Körper entfernt ist, desto größer die Belastung für deinen Rücken. Halte Kartons, Geräte oder Materialien immer so nah wie möglich am Oberkörper.

Patienten-Transfers richtig durchführen

Beim Lagern oder Umsetzen von Patienten gilt: Arbeite mit deinem gesamten Körper, nicht nur mit den Armen. Nutze Hilfsmittel wie Gleitmatten, Rutschbretter oder Haltegurte, wann immer sie verfügbar sind. Und ganz wichtig: Bei schweren Patienten niemals alleine arbeiten.

Hilfe holen ist kein Zeichen von Schwäche

Wenn etwas zu schwer ist – frag nach Hilfe. Das gilt für Lieferungen genauso wie für Patienten-Transfers. Dein Rücken wird es dir in zehn Jahren danken.

Übrigens: Wenn du wissen möchtest, wie du auch mental gesund durch den Praxis-Alltag kommst, lies unseren Artikel über Burnout-Prävention für MFA.

5-Minuten-Übungen für zwischendurch

Du brauchst kein Fitnessstudio und keine Sportkleidung. Diese fünf Übungen passen in jede kurze Pause und helfen, Verspannungen zu lösen und neue Energie zu tanken:

1. Schulterkreisen (30 Sekunden)

Ziehe beide Schultern hoch zu den Ohren, rolle sie nach hinten und lasse sie entspannt fallen. Wiederhole das zehnmal. Diese einfache Übung löst Verspannungen im Nacken- und Schulterbereich und lässt sich sogar am Empfang durchführen.

2. Katze-Kuh-Stretch (60 Sekunden)

Stehe aufrecht, die Hände auf die Oberschenkel gestützt. Runde den Rücken wie eine Katze (Kinn zur Brust) und wechsle dann ins Hohlkreuz (Blick nach oben, Brust raus). Langsam und fließend hin- und herwechseln. Das mobilisiert die gesamte Wirbelsäule.

3. Nacken-Stretch (60 Sekunden)

Neige den Kopf langsam zur rechten Seite, bis du eine sanfte Dehnung auf der linken Seite spürst. Halte 15 Sekunden, dann die andere Seite. Optional: Mit der Hand leicht nachhelfen, aber nie drücken oder ruckartig ziehen.

4. Hüftbeuger-Dehnung (60 Sekunden)

Mache einen großen Ausfallschritt nach vorne. Das hintere Knie kann leicht gebeugt bleiben. Schiebe die Hüfte nach vorne, bis du eine Dehnung an der Vorderseite des hinteren Oberschenkels spürst. 20 Sekunden pro Seite. Perfekt nach langem Sitzen.

5. Wadenwippe (30 Sekunden)

Stelle dich auf die Zehenspitzen, halte kurz und senke die Fersen wieder ab. 15 Wiederholungen. Das aktiviert die Wadenpumpe, fördert den Blutfluss und beugt schweren Beinen vor – ideal nach langem Stehen.

Tipp: Stelle dir einen leisen Timer alle zwei Stunden. Schon eine dieser Übungen zwischendurch kann einen echten Unterschied machen.

Die richtigen Schuhe für den Praxisalltag

Deine Schuhe tragen dich durch den gesamten Arbeitstag – buchstäblich. Gute Praxisschuhe sind eine Investition in deine Gesundheit:

  • Geschlossen und stabil: Offene Schuhe bieten keinen Halt und keinen Schutz. Wähle geschlossene Modelle mit fester, aber flexibler Sohle.
  • Dämpfung und Fußbett: Achte auf ein gutes Fußbett, das den Fuß stützt. Schuhe mit Dämpfung reduzieren die Belastung auf Knie und Wirbelsäule.
  • Rutschfest: In der Praxis kann es schnell mal nass oder glatt werden. Eine rutschfeste Sohle ist Pflicht.
  • Keine hohen Absätze: Auch wenn sie schick aussehen – hohe Absätze verschieben den Körperschwerpunkt nach vorne und belasten den unteren Rücken. Flache Schuhe oder Modelle mit maximal 2 cm Absatz sind ideal.
  • Orthopädische Einlagen: Wenn du Senk-, Spreiz- oder Plattfüße hast, sprich deinen Hausarzt oder Orthopäden auf Einlagen an. Sie werden oft von der Krankenkasse bezuschusst und machen einen enormen Unterschied.
Plane beim Schuhkauf genug Zeit ein und probiere die Schuhe am besten nachmittags an, wenn die Füße leicht geschwollen sind – so wie am Ende eines Arbeitstags.

Deine Rechte: Was der Arbeitgeber bereitstellen muss

Ergonomie am Arbeitsplatz ist nicht nur deine Privatangelegenheit – dein Arbeitgeber hat klare gesetzliche Pflichten:

Arbeitsschutzgesetz (ArbSchG)

Der Arbeitgeber ist verpflichtet, Arbeitsplätze so zu gestalten, dass Gefährdungen für die Gesundheit möglichst vermieden werden. Dazu gehört auch die ergonomische Gestaltung von Arbeitsplätzen.

Arbeitsstättenverordnung (ArbStättV)

Die Arbeitsstättenverordnung regelt unter anderem die Anforderungen an Bildschirmarbeitsplätze. Dein Arbeitgeber muss sicherstellen, dass Bildschirm, Tastatur, Stuhl und Beleuchtung ergonomischen Mindeststandards entsprechen.

Ergonomische Ausstattung

Du hast Anspruch auf einen ergonomisch eingerichteten Arbeitsplatz. Das umfasst einen verstellbaren Bürostuhl, einen angemessen positionierten Bildschirm und ausreichend Bewegungsraum. Wenn bestimmte Ausstattung fehlt, sprich das Thema aktiv an – am besten schriftlich.

Betriebsarzt und Vorsorge

Ab einer bestimmten Betriebsgröße hat dein Arbeitgeber einen Betriebsarzt zu bestellen. Dieser kann deinen Arbeitsplatz begutachten und Empfehlungen aussprechen. Nutze auch die Angebote zur arbeitsmedizinischen Vorsorge – sie sind freiwillig und kostenlos.

Tipp: Falls du das Gefühl hast, dass sich in deiner Praxis ergonomisch wenig tut, wende dich an die Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege (BGW). Sie bietet Beratung, Schulungen und sogar finanzielle Unterstützung für ergonomische Maßnahmen.

Einen Einblick in den typischen MFA-Arbeitsalltag und die vielfältigen Aufgaben, die du täglich bewältigst, findest du in unserem Artikel Ein typischer Tag als MFA.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Wie oft sollte ich meine Sitzposition wechseln?

Idealerweise alle 20 bis 30 Minuten. Stehe zwischendurch auf, strecke dich kurz oder wechsle in eine Stehposition. Dein Körper ist nicht fürs Dauersitzen gemacht – schon kleine Veränderungen helfen.

Kann ich Übungen auch direkt am Empfang machen?

Ja, viele der beschriebenen Übungen sind so unauffällig, dass du sie sogar während der Arbeit machen kannst. Schulterkreisen, Wadenwippen und das Verlagern des Gewichts fallen kaum auf und machen trotzdem einen Unterschied.

Muss mein Arbeitgeber mir einen ergonomischen Stuhl bereitstellen?

Ja. Nach der Arbeitsstättenverordnung muss der Arbeitgeber für Bildschirmarbeitsplätze geeignete Sitzmöbel bereitstellen. Wenn dein Stuhl kaputt oder ungeeignet ist, hast du das Recht, einen Austausch zu verlangen. Am besten formulierst du dein Anliegen schriftlich.

Was kann ich tun, wenn ich trotz allem Rückenschmerzen habe?

Wenn die Schmerzen trotz ergonomischer Maßnahmen und regelmäßiger Übungen anhalten, solltest du einen Arzt aufsuchen. Physiotherapie, Osteopathie oder gezielte Rückentrainings können helfen. Wichtig: Ignoriere chronische Schmerzen nicht – je früher du handelst, desto besser die Prognose.

Werden ergonomische Hilfsmittel von der Krankenkasse bezahlt?

Einige schon. Orthopädische Einlagen werden in der Regel bezuschusst. Ergonomische Stühle oder Stehpulte können über den Arbeitgeber oder die Berufsgenossenschaft finanziert werden. Bei nachgewiesenen gesundheitlichen Einschränkungen kann auch die Rentenversicherung Hilfsmittel am Arbeitsplatz fördern.

Gibt es spezielle Fortbildungen zum Thema Ergonomie für MFA?

Ja, die BGW und verschiedene Fortbildungsinstitute bieten Kurse zu rückengerechtem Arbeiten in Gesundheitsberufen an. Diese Schulungen sind oft kostenlos oder werden vom Arbeitgeber übernommen. Frage in deiner Praxis nach, ob solche Angebote bereits bekannt sind.


Dein Rücken trägt dich durch jeden Arbeitstag – sorge gut für ihn. Schon kleine Veränderungen in der Haltung, im Arbeitsplatz-Setup und in der täglichen Routine können einen großen Unterschied machen. Du verdienst einen Arbeitsalltag ohne Schmerzen.

Hinweis: Dieser Beitrag wurde mit Unterstützung von Künstlicher Intelligenz erstellt und redaktionell geprüft. Die Inhalte dienen der allgemeinen Information und Prüfungsvorbereitung. Sie ersetzen nicht die offiziellen Prüfungsunterlagen oder den Unterricht. Trotz sorgfältiger Kontrolle übernehmen wir keine Gewähr für Vollständigkeit und Richtigkeit.

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