Die 7 häufigsten Fehler bei der MFA-Prüfung
Jedes Jahr treten Tausende angehende Medizinische Fachangestellte zur Abschlussprüfung an. Und jedes Jahr scheitern einige davon nicht etwa an mangelndem Wissen, sondern an vermeidbaren Fehlern bei der MFA-Prüfung. Die gute Nachricht: Wenn du diese typischen Stolperfallen kennst, kannst du sie gezielt umgehen und deine Erfolgschancen deutlich steigern.
In diesem Artikel zeigen wir dir die sieben häufigsten Fehler, die MFA-Prüflinge machen, und geben dir zu jedem Punkt einen konkreten Lösungsansatz an die Hand. Egal ob du gerade erst mit der Vorbereitung beginnst oder kurz vor der Prüfung stehst: Diese Tipps helfen dir, typische Fallen zu vermeiden.
Fehler 1: Zu spät mit dem Lernen anfangen
Das Problem: Der Klassiker unter den Prüfungsfehlern. Viele MFA-Azubis schieben das Lernen wochenlang vor sich her und glauben, sie könnten den gesamten Stoff in den letzten zwei Wochen vor der Prüfung aufholen. Die Abschlussprüfung umfasst aber den Stoff aus drei Ausbildungsjahren. Das ist schlicht zu viel für eine Last-Minute-Aktion.
Warum das problematisch ist: Last-Minute-Pauken (alles kurz vor der Prüfung in den Kopf schaufeln) führt dazu, dass Wissen nur im Kurzzeitgedächtnis landet. In der Prüfungssituation unter Stress ist es dann oft nicht mehr abrufbar. Dazu kommt der enorme Druck, der Prüfungsangst verstärken kann.
Lösungsansatz: Starte mindestens acht bis zwölf Wochen vor der Prüfung mit einer strukturierten Vorbereitung. Erstelle dir einen realistischen Lernplan, der den Stoff in überschaubare Häppchen aufteilt. Plane dabei auch Puffertage für Wiederholungen ein. Schon 30 bis 45 Minuten tägliches Lernen bringen mehr als ein ganzes Wochenende kurz vor der Prüfung.
So erstellst du einen realistischen Zeitplan
- Schreibe alle Prüfungsthemen auf und gewichte sie nach Umfang.
- Verteile die Themen gleichmäßig auf die verfügbaren Wochen.
- Reserviere die letzte Woche ausschließlich für Wiederholung und Probeprüfungen.
- Trage feste Lernzeiten in deinen Kalender ein, so wie Arbeitstermine.
Fehler 2: Nur lesen statt aktiv lernen
Das Problem: Viele Azubis verwechseln Lesen mit Lernen. Sie lesen ihre Unterlagen einmal durch, markieren ein paar Stellen mit dem Textmarker und haben das Gefühl, den Stoff zu beherrschen. In der Prüfung stellen sie dann fest, dass sie zwar alles wiedererkennen, aber nicht eigenständig wiedergeben können.
Warum das problematisch ist: Passives Lesen erzeugt eine Illusion von Wissen. Du erkennst Inhalte wieder und denkst: „Ja, das kenne ich." Aber Wiedererkennen und aktives Abrufen sind zwei völlig verschiedene Dinge. Die Prüfung verlangt aktives Abrufen.
Lösungsansatz: Setze auf Active Recall, also aktives Erinnern. Das bedeutet: Schließe das Buch und versuche, den Inhalt aus dem Gedächtnis aufzuschreiben oder laut zu erklären. Arbeite mit Karteikarten, beantworte Übungsfragen oder erstelle eigene Zusammenfassungen, ohne dabei in die Unterlagen zu schauen.
Besonders effektiv ist die Kombination aus Active Recall und Spaced Repetition (verteiltes Wiederholen): Wiederhole Themen in wachsenden Abständen, zum Beispiel nach einem Tag, nach drei Tagen, nach einer Woche. In unserem Lernbereich findest du Übungsfragen, die genau nach diesem Prinzip funktionieren.
Fehler 3: Praxiswissen vernachlässigen
Das Problem: Wer sich nur auf die schriftliche Prüfung vorbereitet und die praktischen Inhalte vernachlässigt, begeht einen schwerwiegenden Fehler. Die MFA-Abschlussprüfung besteht aus drei schriftlichen Prüfungsbereichen (Behandlungsassistenz, Betriebsorganisation, Wirtschafts- und Sozialkunde) und einem praktischen Teil (Fallbezogenes Fachgespräch). Alle Teile zählen in die Gesamtbewertung ein.
Warum das problematisch ist: Theoretisches Wissen allein reicht nicht. In der praktischen Prüfung musst du Handlungsabläufe wie Blutabnahme, Injektionen oder Wundversorgung sicher und strukturiert durchführen. Wer das nur aus dem Buch kennt, wird unter Prüfungsstress unsicher.
Lösungsansatz: Nutze jede Gelegenheit in deiner Ausbildungspraxis, um praktische Tätigkeiten zu üben. Bitte deine Ausbilder gezielt um Übungsmöglichkeiten. Übe außerdem zu Hause mit einer Lernpartnerin: Spielt typische Prüfungssituationen durch, zum Beispiel ein Patientengespräch oder die Vorbereitung einer Injektion. In unserem Guide zur praktischen Prüfung findest du eine detaillierte Übersicht, was dich erwartet und wie du dich gezielt vorbereiten kannst.
Fehler 4: MC-Fragen falsch lesen
Das Problem: Multiple-Choice-Fragen klingen einfacher, als sie sind. Einer der häufigsten Fehler bei der MFA-Prüfung: Verneinungen in der Fragestellung übersehen. Fragen wie „Welche Aussage ist NICHT korrekt?" oder „Was gehört NICHT zu den Aufgaben einer MFA?" werden überlesen, und du kreuzt genau die falsche Antwort an.
Warum das problematisch ist: Bei MC-Fragen mit Verneinung suchst du nach der Ausnahme, nicht nach der Regel. Wenn du die Verneinung übersiehst, wählst du mit hoher Wahrscheinlichkeit die falsche Antwort, obwohl du den Stoff eigentlich beherrschst. Das ist besonders ärgerlich, weil es kein Wissensproblem ist, sondern ein Leseproblem.
Lösungsansatz: Gewöhne dir eine feste Routine beim Bearbeiten von MC-Fragen an:
- Lies die Frage zweimal. Beim ersten Mal erfasst du den Inhalt, beim zweiten Mal achtest du gezielt auf Schlüsselwörter wie NICHT, FALSCH, AUSSER oder KEIN.
- Unterstreiche Verneinungen. Markiere sie direkt im Aufgabenblatt, damit du sie nicht vergisst.
- Lies alle Antwortmöglichkeiten. Auch wenn dir Antwort A sofort richtig erscheint, könnten C oder D noch besser passen.
- Prüfe deine Wahl gegen die Frage. Formuliere im Kopf: „Die Frage fragt nach dem, was NICHT stimmt. Meine Antwort stimmt tatsächlich nicht. Also ist sie korrekt."
Fehler 5: Zeitmanagement in der Prüfung vergessen
Das Problem: Du bleibst bei einer schwierigen Frage hängen, grübelst fünf Minuten und merkst am Ende, dass dir für die letzten zehn Fragen nur noch drei Minuten bleiben. Fehlende Zeitplanung während der Prüfung ist ein häufiger Grund für unnötig verlorene Punkte.
Warum das problematisch ist: Jede Frage bringt in der Regel gleich viele Punkte. Wenn du fünf Minuten an einer einzelnen Frage verbringst, verschenkst du potenziell die Punkte von mehreren einfacheren Fragen, die du am Ende nicht mehr schaffst.
Lösungsansatz: Rechne dir vor der Prüfung aus, wie viel Zeit du pro Frage hast. Die genaue Anzahl an Fragen und die Bearbeitungszeit variieren je nach Prüfungsbereich und Kammer – schau dir deine Prüfungsunterlagen deshalb vorher genau an. Teile die Bearbeitungszeit durch die Anzahl der Fragen und kalkuliere einen Puffer für die Schlusskontrolle ein. Nutze die Skip-and-Return-Strategie:
- Beantworte zuerst alle Fragen, die du sicher kannst.
- Markiere Fragen, bei denen du unsicher bist, und komme später darauf zurück.
- Beantworte zum Schluss die schwierigsten Fragen mit der verbleibenden Zeit.
- Lasse keine Frage unbeantwortet. Auch ein geratener Tipp ist besser als gar keine Antwort.
Fehler 6: Die praktische Prüfung unterschätzen
Das Problem: Viele Prüflinge stecken fast ihre gesamte Vorbereitungszeit in den schriftlichen Teil und gehen davon aus, dass die praktischen Handgriffe aus dem Praxisalltag schon sitzen. In der Prüfungssituation werden sie dann nervös, vergessen einzelne Schritte oder machen grundlegende Fehler.
Warum das problematisch ist: Die praktische Prüfung bewertet nicht nur, ob du eine Tätigkeit durchführen kannst, sondern auch wie. Prüfer achten besonders auf Hygiene, korrekte Reihenfolge, Patientenkommunikation und einen strukturierten Ablauf. Ein vergessener Schritt bei der Händedesinfektion oder ein fehlendes Einverständnis des Patienten kann Punktabzug bedeuten.
Lösungsansatz: Bereite dich auf die praktische Prüfung genauso systematisch vor wie auf die schriftliche:
Hygiene als Grundlage
Hygiene ist das A und O in der praktischen Prüfung. Achte besonders auf:
- Korrekte Händedesinfektion (Einwirkzeit beachten)
- Tragen von Schutzhandschuhen, wenn nötig
- Desinfektion der Arbeitsfläche
- Entsorgung von kontaminierten Materialien
Kommunikation mit dem Patienten
- Stelle dich vor und erkläre, was du tust.
- Hole das Einverständnis des Patienten ein.
- Frage nach Allergien oder Unverträglichkeiten.
- Sprich ruhig und verständlich.
Strukturierter Ablauf
Übe jeden Handlungsablauf in einer festen Reihenfolge. Erstelle dir Checklisten und gehe sie mental durch, bis die Reihenfolge sitzt. Unser Artikel zur Vorbereitung auf die praktische MFA-Prüfung enthält detaillierte Checklisten für die häufigsten Prüfungsaufgaben.
Fehler 7: Alleine lernen statt in Gruppen
Das Problem: Du sitzt alleine an deinem Schreibtisch, liest deine Zusammenfassungen und hoffst, dass alles hängenbleibt. Alleine lernen ist zwar manchmal notwendig, aber als einzige Lernmethode ist es ineffizient und demotivierend.
Warum das problematisch ist: Wenn du nur alleine lernst, merkst du oft gar nicht, wo deine Wissenslücken liegen. Du überspringst unbewusst Themen, die du nicht verstehst, und wiederholst Dinge, die du schon kannst. Außerdem fehlt dir die Motivation, die eine Lerngruppe bieten kann.
Lösungsansatz: Gründe eine Lerngruppe mit zwei bis vier Mitazubis. Trefft euch regelmäßig, zum Beispiel einmal pro Woche, und arbeitet strukturiert:
- Themen aufteilen: Jede Person bereitet ein Thema vor und erklärt es den anderen. Wer ein Thema erklären kann, hat es wirklich verstanden.
- Gegenseitig abfragen: Stellt euch Prüfungsfragen und gebt euch Feedback.
- Praktische Übungen: Übt Handlungsabläufe zu zweit. Eine Person führt durch, die andere beobachtet und gibt Rückmeldung.
- Schwächen ausgleichen: Jeder hat andere Stärken. In der Gruppe profitiert ihr voneinander.
Bonus-Tipp: Am Prüfungstag selbst
Die Vorbereitung endet nicht am Abend vor der Prüfung. Auch am Prüfungstag selbst kannst du einiges richtig oder falsch machen:
- Schlaf: Geh am Vorabend rechtzeitig ins Bett. Ausreichend Schlaf ist wichtiger als eine letzte Lernrunde um Mitternacht. Dein Gehirn braucht Schlaf, um Gelerntes zu verarbeiten.
- Frühstück: Iss ein vernünftiges Frühstück mit komplexen Kohlenhydraten (Vollkornbrot, Haferflocken) und etwas Obst. Vermeide zu viel Zucker, der dich nach einem kurzen Hoch in ein Leistungstief fallen lässt.
- Früh da sein: Plane genug Zeit für die Anreise ein. Lieber 20 Minuten zu früh als fünf Minuten zu spät. Hektik erzeugt unnötigen Stress.
- Materialien: Packe am Vorabend alles zusammen: Personalausweis, Einladung zur Prüfung, Stifte (mindestens zwei), Uhr, Getränk und ein kleiner Snack.
- Kein Last-Minute-Lernen: Lies am Morgen der Prüfung nicht noch hektisch deine Unterlagen. Das verunsichert mehr, als es hilft.
Häufig gestellte Fragen
Wie viel Prozent der MFA-Prüflinge fallen durch?
Die Durchfallquote bei der MFA-Abschlussprüfung liegt je nach Kammer und Jahr zwischen 5 und 15 Prozent. Die meisten Prüflinge bestehen also. Mit einer guten Vorbereitung und den Tipps aus diesem Artikel kannst du deine Chancen weiter verbessern.
Kann ich die MFA-Prüfung wiederholen, wenn ich durchfalle?
Ja, gemäß §37 BBiG kann die Prüfung zweimal wiederholt werden. Du hast also insgesamt drei Versuche. In der Regel musst du bis zum nächsten regulären Prüfungstermin warten, also etwa sechs Monate. Nutze diese Zeit für eine gezielte Vorbereitung der Bereiche, in denen du durchgefallen bist.
Wie lange sollte ich mich auf die MFA-Abschlussprüfung vorbereiten?
Wir empfehlen eine Vorbereitungszeit von mindestens acht Wochen. In dieser Zeit kannst du den gesamten Prüfungsstoff systematisch durcharbeiten und ausreichend wiederholen. Einen detaillierten 8-Wochen-Lernplan findest du in unserem Blog.
Was ist der wichtigste Tipp für die schriftliche MFA-Prüfung?
Lies jede Frage zweimal und achte auf Verneinungen. Dieser einfache Tipp allein kann dir mehrere Punkte retten. Kombiniere ihn mit der Skip-and-Return-Strategie beim Zeitmanagement, und du gehst deutlich entspannter durch die Prüfung.
Wie bereite ich mich auf die praktische Prüfung vor?
Übe die Handlungsabläufe regelmäßig in deiner Praxis und zusätzlich mit einer Lernpartnerin. Achte besonders auf Hygiene, Patientenkommunikation und die korrekte Reihenfolge der Arbeitsschritte. Erstelle dir Checklisten und gehe die Abläufe auch mental durch.
Was mache ich, wenn ich in der Prüfung einen Blackout habe?
Atme tief durch, schließe kurz die Augen und versuche, dich zu sammeln. Ein Blackout ist meist nur vorübergehend. Überspringe die aktuelle Frage und arbeite an den nächsten weiter. Oft löst sich die Blockade von selbst, wenn du dich auf andere Aufgaben konzentrierst. In unserem Artikel zum Thema Prüfungsangst überwinden findest du weitere Strategien.
Hinweis: Dieser Beitrag wurde mit Unterstützung von Künstlicher Intelligenz erstellt und redaktionell geprüft. Die Inhalte dienen der allgemeinen Information und Prüfungsvorbereitung. Sie ersetzen nicht die offiziellen Prüfungsunterlagen oder den Unterricht. Trotz sorgfältiger Kontrolle übernehmen wir keine Gewähr für Vollständigkeit und Richtigkeit.
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